Unsere Routenplanung

                                  

 

 

 

 

Wohnmobilüberführung: Chicago/Denver

 

20.03. - 19.04. 2011

 

Sonntag 20. 03. 2011:

 

12.05 Uhr: Flug mit LH  nach Chicago

 

Ankunft 15.20 Uhr Ortszeit

 

Kostenloser Shuttle Bus ins Quality Inn Airport Schiller Park

 

 

 

Montag 21. 03. 2011:

 

Transfer vom Hotel nach Middlebury Indiana

 

Übernahme des Wohnmobils

 

Fahrt zum Wolfe's Leisure Time Campground

 

144 Meilen/ca. 3 Stunden

 

Dienstag 22. 03. 2011:

 

Fahrt zum St. Louis RV Park

 

900 N Jefferson Ave. St. Louis, MO. 63106 (800) 878-3330 or (314) 241-3330

 

273 Meilen/ca. 5 Stunden

 

 
 
 

Mittwoch 23. 03. 2011:

 

Aufenthalt St. Louis Besichtigungen

 

Donnerstag 24. 03. 2011:

 

Fahrt zum Paris Landing State Park

 

242 Meilen ca. 4,5 Stunden

 

 

Freitag 25. 03. 2011:

 

Fahrt nach Nashville/ Two Rivers Campground

 

100 Meilen /ca. 2 Stunden

 

Samstag 26. 03. 2011:

 

Aufenthalt in Nashville   - Besichtigungen

 

19.00 Uhr Konzert in der Grand Old Opry

 

Sonntag 27.03.2011:

 

Fahrt nach Lynchburg (80 Meilen/ 1,5 Stunden)

 

Führung durch die Destillerie ca. 1,5 Stunden dann zum Natchez

 

Trace Park (140 Meilen/ 3Stunden)


Alternativ: Ohne Lynchburg 112 Meilen ca. 2 Stunden

 

 

 

 

 

Montag 28.03.2011:

 

Fahrt nach Memphis zum Graceland RV  Park)  129 Meilen/ 2,5 Stunden

 

Dienstag 29.03. 2011:

 

Aufenthalt in Memphis

 

Besuch von Graceland/

 

Mittwoch 30.03.2011:

 

Fahrt über Stuttgart/Arkansas (118 Meilen - ca.2 Std.)

 

Besuch des Heimatmuseums (Eintritt frei)

 

weiter in den Lake Catherine State Park   (103 Meilen 2 Std.)

 

Donnerstag 31.03.2011:

 

Aufenthalt im State Park Teilnahme an einer Wanderung oder Kanu Tour

 

Freitag 01.04.2011:

 

Fahrt nach Tulsa in den Mingo RV Park

 

254 Meilen/ ca. 5 Stunden

 

Samstag:02.04. 2011:

 

Fahrt in den Foss State Park

 

217 Meilen /ca. 3,5 Stunden

 

 

 

 

 

Sonntag 03.04.2011:

 

Fahrt in den Palo Duro Canyon State Park durch das Black Kettle

 

National Grassland           224 Meilen/ 4,5 Stunden

 

Montag 04.04. 2011:

 

Aufenthalt im  State Park

 

Dienstag 05.04.2011

 

Fahrt in den Brantley Lake State Park  -  299 Meilen/ ca. 6 Stunden

 

Mittwoch 06.04.2011

 

Aufenthalt im State Park/Wanderung

 

Donnerstag 07.04.2011

 

Fahrt zum Oliver Lee State Park 154 /Meilen/ 3,5 Std.

 

Freitag 08.04. 2011:

 

Aufenthalt im Oliver Lee State Park

 

Samstag 09.04. 2011

 

Fahrt in das White Sands National Monument 70  Meilen ca. 2 Std.

 

Von dort geht es weiter in den Elephant Butte Lake State Park

 

125 Meilen/ 2,5 Stunden

 

Sonntag 10.04.2011

 

Fahrt zur Trailer Ranch Santa Fe 208 Meilen/3,5 Stunden Std.

 

 

 

Montag 11.04.2011

 

Aufenthalt in Santa Fe - Stadtbesichtigung etc.

 

Dienstag 12.04.2011:

 

Fahrt in den Trinidad Lake State Park       200 Meilen/3,5 Std

 

 

 

 

 

 

Mittwoch 13.04.2011: Aufenthalt im State Park

 

 

Donnerstag 14.04.2011

 

Fahrt in den Garden of the Gods Campgrounds 135 Meilen /2,5 Std.

 

Freitag 15.04.2011:

 

Fahrt in den Cherry Creek State Park Denver 62 Meilen /ca. 1,5 Stunden

 

Samstag 16.04.2011: Aufenthalt in Denver

 

Sonntag 17.04.2011: Aufenthalt in Denver

 

Montag 18.04.2011:

 

Fahrt zur Station von Roadbear 21 Meilen/ ca. 40 Minuten

 

(Rückgabe des Wohnmobils)

 

Transfer zum Flughafen/Rückflug

 

 

 

 

Wohnmobilüberführung Chicago-Denver

 

Im Augenblick ist es 4.45 Uhr Ortszeit in Chicago-durch die Zeitverschiebung sind wir bereits hellwach. 6 Stunden Zeitunterschied!

Ich nutze die Zeit, um diesen kleinen Bericht zu schreiben.

 

Sonntag, 20.3.

 

Wir werden pünktlich  um 8.00 Uhr vom Taxi am Haus abgeholt, schon nach 40 Minuten erreichen wir den Flughafen, denn sonntags, hat man freie Fahrt.

Da ich die Tickets bereits zu Hause ausgedruckt hatte, dauerte das Einchecken nur wenige Minuten. Die Dame am Lufthansa Schalter monierte allerdings die 1,5 kg Übergepäck.

Danach saßen wir gemütlich im „Roten Baron“ bei einem zweiten Frühstück.

Anschließend ging es in den Duty Free Shop zum Einkaufen-Geschenke für Freunde in St. Louis.

Mit 15 minütiger Verspätung startet der ausgebuchte Flug LH 436 nach Chicago.

Mit gewohnter Routine und Freundlichkeit wird der Flug vom Bordpersonal abgewickelt. Man fühlt sich immer gut aufgehoben bei den Lufthanseaten! Allerdings summiert sich die Verspätung wegen schlechten Wetters über Chicago letztlich auf 35 Minuten, so dass wir erst um 16 Uhr landen.

Die Immigrationsbehörde hat viele Schalter geöffnet, so dass dieser Vorgang nur  30 Minuten dauert.

Die große Überraschung erwartet uns in der Eingangshalle, ein ehemaliger Schüler, Martin Corall, der 1981 in meinem Geschichtskurs war holt uns ab. Es geht zunächst mit dem Auto und unserem Gepäck in unser Hotel, Quality Inn Schillerpark, das allerdings seine besten Tage schon hinter sich hat.

Wir erhalten unsere Keycard, sowie einen Umschlag von Roadbear, der uns den Transfer am 21. 3. um 7.00 Uhr ankündigt. Auch unsere Red Pocket SIM Karte liegt bereit.

Martin startet mit uns anschließend zu einer privaten Stadtrundfahrt. Nach dem Gewitter liegt Chicago im Sonnenlicht, die Temperaturen sind allerdings eher winterlich.

Um 18.30 Uhr Ortszeit (bei uns 0.30 Uhr!) lädt uns Martin in ein Steakhaus ein. Es gibt leckere Salate und ein „Monstersteak“, das wir so noch nie gesehen haben. Zu schaffen ist das kaum! Da es viel zu erzählen gibt, vergeht die Zeit wie im Flug. Um 21.00 Uhr gehen wir noch mit Martin, der ein Stadthotel gebucht hat aufs Zimmer, um unsere Simkarte zu aktivieren, was sich als komplizierter Vorgang herausstellt. Ergebnis, Karte aktiviert, Betrag lässt sich noch nicht aufladen. Also muss das am Montag noch einmal versucht werden.

Martin bringt uns noch in unser Hotel zurück (30 Minuten Fahrt) und wir schlafen schließlich völlig erschöpft gegen 22.30 Uhr ein.

 

 

Montag, 21.3.


Wir sind schon seit 3.30 Uhr wach, die Zeitverschiebung  macht uns zu schaffen. Um 5.20 Uhr stehen wir auf und machen uns fertig.

Um 6.00 Uhr stehen wir Schlange im Frühstücksraum, in dem sich schon etliche Gäste befinden. Wir treffen viele Wohnmobilfahrer aus dem Flugzeug. Das Frühstück ist genießbar (im Zimmerpreis inbegriffen), jedoch nicht umwerfend. 6.45 Uhr stehen versammeln sich alle vor dem Hotel und sehr pünktlich fährt ein großer, moderner Reisebus vor, der uns nach Middlebury bringen soll. Ein weiterer kleinerer Reisebus holt weitere 30 Gäste aus einem anderen Hotel ab. Insgesamt sind es ca. 80, die auf 35 Wohnmobile verteilt werden.

Lebhafter Erfahrungsaustausch unter Wohnmobilisten verkürzt die Reisezeit. Erstaunlich, dass einige Los Angeles oder San Francisco als Ziel angeben, das sie in 3 Wochen erreichen müssen, sich dabei aber auch noch Zeit lassen wollen! Wir wundern uns.

Nach ca. 3 Stunden Fahrt Nonstop, erreichen wir die Firma Coachmen in Middlebury. Beim Einbiegen sehen wir ein großes Feld voller Wohnmobile.

Die Einführung war perfekt organisiert, zunächst ein theoretischer Teil, der vielen nichts Neues brachte, aber wohl unerlässlich ist.

Danach die praktische Einführung in Gruppen zu 5 Personen, am Wohnmobil auf dem Werksgelände.

Fast alle bekommen 27 ft. Wohnmobile zugewiesen, obwohl die meisten kleinere Fahrzeuge bestellt hatten.

Einige Ausstattungsdetails unterscheiden sich von früheren Fahrzeugen, die wir früher gemietet hatten, insgesamt ist aber Zweckmäßigkeit angesagt. Unser erster Eindruck ist: Der Navion von Traveland ist in allen Belangen unschlagbar! Leider gibt es ihn nur in Vancouver!

 Bettwäsche und Handtücher sind nagelneu, und ungewaschen, was der Nase und der Haut nicht so gut gefällt. Wir erledigen die Besichtigung und die Formalitäten und verlassen um 13.30 Uhr Ortszeit das Werksgelände in Richtung Süden.

Gegen 14.30 Uhr kehren wir bei Mc. Donalds ein, weil es schnell gehen muss und wir noch viel vorhaben. Um 17.15 Uhr erreichen wir unseren ersten Campground, den wir im Internet reserviert hatten, wir checken ein, und fahren zunächst weiter nach La Fayette um unseren ersten Einkauf zu erledigen. Nach einiger Suche finden wir das von uns favorisierte Walmart Supercenter und kaufen die wichtigsten Dinge ein. An der Kasse erleben wir eine böse Überraschung, unsere sämtlichen Kreditkarten werden nicht akzeptiert. Begründung: Internationale Kreditkarten würden nicht mehr akzeptiert. Wir sind entsetzt. Die Geschäftsführerin führt uns nach langer Diskussion schließlich zu einem Bargeldautomaten und bittet uns den Kassenbetrag bar abzuheben. Wir akzeptieren zähneknirschend. Am Automaten wird die Karte ohne Probleme akzeptiert. Unsere Schlussfolgerung: Wir kaufen in Zukunft nicht mehr bei Walmart ein!!

Es geht zurück zu unserem Campground, der für eine Zwischenübernachtung völlig ausreicht. (Full Hook up 28.00 $)

Die Koffer werden eingeräumt, ein halbes Grillhähnchen verzehrt und die Dusche wird in Betrieb genommen, da die Temperaturen über 10° Celsius liegen.

Morgen liegt eine lange Strecke vor uns, es geht St. Louis, dort treffen wir am Mittwoch unseren ehemaligen Austauschschüler Steve Merckel, der uns die Stadt zeigen will.

 

 

 

 

Dienstag, 22.3.

 

Wir haben herrlich geschlafen, von der nahen Straße  hörte man kaum etwas. Noch von der Zeitverschiebung beeinträchtigt werden wir um 6.00 Uhr wach und stehen auf, was sich als sehr vernünftig herausstellen sollte.

Es gibt ein Standardfrühstück,  Toast mit Wurst und Marmelade, sowie Tee mit  Zitrone. Als ich den I-Pod über den USB Port des Autoradios anschließen will, erleben wir eine böse Überraschung. Das Radio zeigt eine Fehlermeldung an und mit der schönen Musik, die ich in mühevoller Kleinarbeit aufgespielt hatte ist es vorbei. Ich bin wütend!!! Doch es kommt noch schlimmer, als ich nach dem Spülen die Abwassertanks leeren will, reißt nach wenigen Sekunden der Schlauch vom Anschlussstutzen und die ganze Brühe ergießt sich neben das Wohnmobil. Jetzt bin ich  endgültig stink-sauer.

Nur gut, dass mich meine Frau beruhigt. Um 8.20 Uhr verlassen wir den Ort von Pleiten, Pech und Pannen und brechen nach St. Louis auf, eine Strecke von 274 Meilen liegt vor uns. Zunächst wird aber getankt und wir erleben erneut eine Überraschung, unsere Kreditkarten werden wieder nicht akzeptiert, ein Umstand, den wir bisher auf keiner unserer USA Reisen erlebt hatten. Die Kassiererin weiß Rat, sie zieht die Karte durch ihren PC und siehe da, „it works“! Wir sind erleichtert und lassen den Wagen rollen.

Es geht durch Vororte, die ihren Höhepunkt vor Jahrzehnten hatten, wenn überhaupt, Amerika in Agonie, so hat man den Eindruck. Gegen Mittag gibt es eine kurze Rast mit obligatorischem Fastfood., anschließend wird noch einmal nachgetankt. Unser braver Ford entwickelt einen enormen Durst, das liegt einmal daran, dass er bei Übernahme erst 24 Meilen auf dem Tacho hatte und dass  Roadbear angesichts der unsicheren Wetterlage Winterreifen aufgezogen hat. Dieses Mal klappt es auch mit unserer Kreditkarte, der Rechnung weist einen Betrag von 93.00 $ aus. Also haben wir heute bereits für 150 $ getankt. Seit unserem letzten Aufenthalt 2009 hat sich die Gallone Benzin um 0,50 Cent  verteuert. Auch in den USA ist die Zeit des günstigen Treibstoffs vorbei, aber es ist immer noch um 50% billiger als bei uns.

In Effingham halten wir noch einmal an, um nach einer Lösung für unseren I-Pod zu suchen. Wir erstehen ein Kabel für 4$, das unser Wiedergabegerät mit dem Radio verbinden soll. Auch für den abgerissenen Abwasserschlauch kaufen wir eine Schelle, die den Schaden beheben soll.

Abschließend gibt es noch einige Restkäufe im Supermarkt, in Ermangelung eines anderen Markts müssen wir trotz des inneren Widerstands erneut einen Walmart aufsuchen. Auch hier wird unsere Kreditkarte freundlich aber bestimmt abgewiesen. Also scheint das die neue Geschäftspolitik von Walmart zu sein, foreigners sind mit ihren Kreditkarten nicht erwünscht!

Die letzte Etappe legen wir auf der Interstate 70 bis St. Louis zurück und werden zum Glück von unserem Navi sicher an unseren städtischen campground gelotst. Allein hätten wir das bei diesem Autobahngewirr sicher nicht geschafft. Auf der Brücke über den Mississippi erhaschen wir noch einen großartigen Blick auf die Skyline von St. Louis und dem berühmten „Arch“, dem Tor zum Westen. Die Campgroundhosts, die schon etwas betagter als wir sind, empfangen uns freundlich, unsere Reservierung liegt schon auf dem Tisch. Auf dem Parkplatz ähnlichen Gelände, wird uns die Nummer 34, ein „Pull through“ Platz, mit „Full Hook up“ zugewiesen. Der freundliche Host fährt sogar mit einem Elektrofahrzeug vor uns her. Kosten für 2 Tage 64.00 $!

Sofort wird das Kabel für den I-Pod ausprobiert und das Wunder geschieht, unsere Musik erklingt aus den Lautsprechern, der Urlaub ist gerettet! Als wir uns dann um den Abwasserschlauch kümmern, kommt meine Frau auf die geniale Idee, die Gebrauchsanweisung auf der Verpackung zu lesen. Und siehe da, auch dieses Problem wird gelöst. Der Schlauch sitzt fest! Nun können wir den „Full Hook up“ auch genießen.

Daraufhin genehmigen wir uns erst einmal einen Gin Tonic! Nach dem Abendessen mit eigener Musik, werden nun auch noch die neuen Handtücher weich gewaschen und getrocknet.

Nun warten wir morgen früh auf Steve, der allerdings auch noch ein Problem lösen muss, die Telefonkarte auf meinem Handy, die zwar durch Martin aktiviert wurde, die aber noch kein Guthaben  aufweist, muss aufgeladen werden.

Ein ereignisreicher Tag geht mit einem guten Glas Weißwein  aus der Box zu Ende.

 

 

 

 

 

Mittwoch, 23. 3.

 

Wir haben sehr gut geschlafen, die warmen Schlafsäcke, die ihren starken Geruch mittlerweile verloren haben, reichen auch bei Kälte völlig aus. Das Vogelgezwitscher ist trotz der Stadtnähe intensiv und so beschließen wir um 6.30 Uhr aufzustehen. Nach dem Frühstück  wird gespült und das Wohnmobil aufgeräumt und gewischt. Danach gehe ich ins Office, um mails abzurufen und zu beantworten, da die W-Lan Verbindung nicht funktioniert. Nun warten wir auf unseren ehemaligen Austauschschüler, der pünktlich um 10.00 Uhr auf den Campground einbiegt. Nach herzlicher Begrüßung, versucht Steve unsere USA Sim Karte (Redpocket) aufzuladen, was jedoch nicht gelingt. Immer wieder wird er in eine Warteschleife geschickt. Wir beschließen in die Stadt zu fahren und es später noch einmal zu versuchen.

Wir parken am Gateway Arch und spazieren am Mississippi entlang. Die Temperaturen sind  sommerlich, 24° Celsius und blauer Himmel. Von der Höhe des Edelstahlbogens sind wir sehr  beeindruckt. Meine Frau und Steve wollen die Auffahrt unternehmen, ich verzichte lieber, da ich die Enge der Kabine nicht ertragen kann.

Die Fahrt, die die beiden gebucht haben beginnt erst um 13.30 Uhr, wir gehen zunächst essen. Ein irisches Restaurant (Tigin's) scheint uns verlockend und wir gehen hinein. Es gibt Bier vom Fass und auch die Speisekarte gibt einiges her.

Nach der Bestellung unternimmt Steve einen weiteren Versuch, die Karte aufzuladen und siehe da, es klappt.

Aber selbst er hatte große Probleme, also nicht unbedingt eine Empfehlung für die Zukunft! Das Essen ist gut und reichlich und wir spazieren zum Arch zurück,

Während meine Frau mit Steve das Tor zum Westen hinauffährt, besuche ich das Museum im Untergeschoss und telefoniere mit der Heimat. Now it works perfect!

Nach einer Stunde kehren die beiden mit vielen Fotos zurück. Es folgt die Besichtigung der Anhäuser Busch Brauerei, eine der größten Brauereien der Welt, die sehr lohnenswert ist und mit einer Bierprobe endet. Schließlich verlassen wir mit dem PKW die Innenstadt und fahren in die Wohnung unseres ehemaligen Austauschschülers, die etwas außerhalb der Stadt liegt. Wir treffen Eltern, Schwester und Freundin und essen und trinken gemeinsam. Bei den anregenden Diskussionen, gelangen wir, wie schon so oft, schnell an die Grenzen unseres Wortschatzes.

Steves Eltern fahren uns schließlich auf unseren Campground zurück. Morgen liegt eine lange Fahrt vor uns, es geht auf den Campground von Paris Landing in Tennessee.

 

 

Donnerstag   24. 3.

 

In der Nacht stürmt es heftig, auch prasseln Graupelschauern auf das Dach, das Wetter scheint umzuschlagen. Die Bewohner von St. Louis antworten auf die Frage: „Wie wird das Wetter?“ stets: „Warte 5 Minuten“!

Es wird kalt, die Temperaturen im Wohnmobil sinken auf 7°, wir beschließen unseren elektrischen Heizofen einzuschalten, den wir am ersten Tag im Walmart  für 15 $ erstanden hatten. Dieser Tipp eines anderen Wohnmobilisten zahlt sich nun aus. Der Navion von Traveland hat sowohl eine Heizung, die mit Gas betrieben wird, als auch eine davon unabhängige Elektroheizung.(das gilt auch für die Heißwasserversorgung)  In unserem Wohnmobil gibt es das leider nicht. Jetzt können wir aber bei Stromanschluss Gas sparen und elektrisch heizen. Es wird mollig warm.

Um 6.00 Uhr stehen wir auf, Außentemperatur 4° Celsius und Starkwind, ein sehr ungemütliches Wetter. Wir duschen, frühstücken, spülen, dumpen und docken ab. Um 8.00 Uhr geht es auf die Interstate 64 East.

In Fairview Heights tanken wir, erneut sind es 70.00 $. Der Gesamtbetrag beläuft sich jetzt schon auf über 200 $, auch in den USA ist der Benzinpreis ein großes Thema, dagegen scheint der Krieg in Libyen und die Katastrophe in Japan kaum jemand zu interessieren.

Wir kontrollieren das Öl-wie es Roadbear empfiehlt und füllen ca. 1 Liter nach, der Kostenpunkt 2.40 $.

Bei Schnucks werden noch einige Vorräte ergänzt, dann geht es weiter Richtung  Nashville.

Am Rend Lake legen wir eine Kaffeepause ein, ein herrlicher Platz, leider fehlt noch das Grün des Frühlings. Ein Telefonat mit der Heimat beruhigt uns, alles ist in Ordnung! Auf der Weiterfahrt sind wir besonders beeindruckt von der Überquerung des Ohio!

Gegen 16.00 Uhr erreichen wir Paris Landing, dem „Land  between the Lakes“.

Der State Park ist herrlich gelegen und hat 50 RV Plätze mit Strom und Wasser, eine Dumping Station befindet sich an der Ausfahrt. Wir belegen den Platz 25 und bezahlen 16 $, ein akzeptabler Preis für Lage und Komfort Der Platz ist kaum belegt.  Ein schmackhaftes Abendessen mit einem Bud Light rundet den Tag ab. Auch am Abend läuft unser Heizofen wieder, denn die Temperaturen liegen wieder nur bei 5° Celsius.

Heute haben wir geschlafen in Missouri, durchfuhren  Illinois sowie Kentucky und übernachten in Tennessee. Morgen geht es in die Hauptstadt des Country nach Nashville!  Unser Campground: Two Rivers liegt nur ca. 2 Stunden von hier entfernt, also können wir etwas länger schlafen.

 

Freitag 25. März

 

Wir stehen um 7. 30 Uhr auf, es regnet- draußen nur 4. ° Celsius! Wir duschen, frühstücken und entscheiden,  nach Nashville zu fahren. Unterwegs kaufen wir ein, (Save a Lot) und tanken (80$), unsere Kreditkarte wird problemlos akzeptiert. Die Straßen hier in Tennessee sind hervorragend, die Landschaft abwechslungsreicher als in Indiana, Illinois und Missouri und so erreichen wir unseren Campground "Two Rivers" bereits um 13.00 Uhr. Ein guter Tipp von Fredy aus dem Forum Womo- Abenteuer. Wir erhalten einen ruhigen Platz mit Full Hook up sowie WiFi und auch die Karten für die Grand Old Opry am Samstag um 19.00 Uhr liegen bereit. Der Shuttle holt uns am Samstag um 17.30 Uhr am Office ab. Da es immer noch heftig regnet und ziemlich kalt ist, beschließen wir einen Erholungsnachmittag einzulegen. Nach einem leckeren Essen mit gutem Burgunder fallen wir ins  Bett und schlafen fast 2 Stunden. Ich gehe danach waschen und meine Frau bereitet ein leckeres Sandwich zu.

Am Abend werden mails beantwortet, sowie die neuesten Nachrichten abgerufen. Wir sind schon ganz gespannt auf den Ausgang der Wahl in BW und RP. Der Regen prasselt auf das Dach des RV, wir schlafen gegen 23.30 Uhr ein.

 

Samstag 26. März

 

Gegen 8.00 Uhr stehen wir auf. Zum Frühstück gibt es Toast mit Käse und Spiegelei sowie Tee. Im Office erkundige ich mich nach den Verkehrsverbindungen: Downtown Nashville ist entweder mit dem Taxi (einfache Fahrt 25 $) oder mit einem öffentlichen Bus (3.20 $) zu erreichen. Der Busstop liegt ca. ein Meile vom Campground entfernt. Da es nicht mehr regnet, nehmen wir den Fußmarsch in Kauf. Wir benötigen 25 Minuten, jedoch der Bus ist gerade weg. Der nächste fährt erst in 70 Minuten. Wir trinken einen Kaffee bei Mc. Donalds und schauen uns in den umliegenden Geschäften um. Dabei werden wir von einer Amerikanerin angesprochen, die aus Kassel stammt. Sie freut sich deutsche Laute zu hören und wir unterhalten uns über Gott und die Welt.  An der Bushaltestelle treffen wir Rudolf, einen Niederländer, der in Wesel geboren ist. Wir kommen ins Gespräch und beschließen, Nashville gemeinsam zu erkunden. Seine Frau ist auf dem Campground geblieben. Der Bus bringt uns ins Zentrum und  wir bestaunen die  Hochhäuser, die wir hier nicht vermutet hätten. Auf dem Broadway schlendern wir von einer Bar zur anderen, überall erklingt Country Musik. Auch Straßenmusiker versuchen sich etwas Geld zu verdienen. Das Rymann Auditorium liegt auf unserer Spazierroute, leider bleibt keine Zeit mehr für eine Besichtigung, da wir mit dem Bus um 15.00 Uhr zurückfahren müssen. Wir streifen noch ein Fest der japanischen Kolonie und dann geht es Richtung Busbahnhof. Leider setzt kurz vor dem Ziel Regen ein, der immer heftiger wird. Als wir mit dem Bus den Music Valley Drive erreichen, schüttet es aus Kübeln. Wir müssen für die letzte Meile ein Taxi bestellen.

Im Wohnmobil kochen wir uns eine Tasse Kaffee und machen uns für das Konzert in der Grand Ole Opry bereit. Von Steve erfahren wir, dass  in St. Louis 10 cm Neuschnee liegt. Welch ein Glück hatten wir am Mittwoch! Der Shuttle Bus holt uns um 17.45 Uhr am Office ab. Alles ist perfekt organisiert. Die Grand Ole Opry beeindruckt schon von außen und am Zustrom der Besucher erkennt man , dass es voll werden wird-wir erfahren, dass alle 4500 Plätze belegt sein werden. Wir schauen uns das Gebäude an und setzen uns dann voller Erwartung auf unserer Plätze in der Section 8 Row W Seat 5+6.

 Es singenTommy Shaw,  der Front-Mann  of  the Ionic Classic Rock Band Styx,  er hat seine erste  Solo Bluegrass Performance.. Weitere Künstler sind:  Carrie Underwood, Lorrie Morgan und Pam Tillis. Die ganze Bandbreite der Countrymusik wird dargeboten, leider immer wieder unterbrochen von Werbung, da es sich um eine Livesendung handelt. Insgesamt aber ein lohnenswerter und unterhaltsamer Abend, der noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Der Shuttlebus mit Pat am Steuer bringt uns schließlich zum Two Rivers Campground zurück, wo wir den Abend mit einem Glas Wein beschließen. Morgen geht es nach Lynchburg, Jack Daniels wartet!

 

Sonntag  27. 3. 2011

 

Heute stehen wir wieder früh auf, denn es liegt ein strammes Programm vor uns. Wir müssen 229 Meilen schaffen und wollen noch auf dem Weg die Jack Daniels Destillerie besichtigen.

Wir verlassen den Two Rivers Campground um 8.00 Uhr und werden von unserem Navigationsgerät zuverlässig aus der Stadt geführt.

Unterwegs werden die obligatorischen Einkäufe erledigt und unser ständig an Leere leidender Tank mit Regular unleaded aufgefüllt.

Um 11.30 Uhr erreichen wir Lynchburg und melden uns sofort für eine Führung an, die übrigens kostenlos ist. Ein sachkundiger Mitarbeiter zeigt uns die einzelnen Schritte der Herstellung von Jack Daniels Whiskey. Die Destillerie gehört zu den größten der Welt, sie hat 400 Mitarbeiter und Deutschland ist weltweit der dritt- größte Abnehmer des edlen Getränks. Beeindruckend ist, dass alle Flaschen, die auf der Welt verkauft werden aus dieser Destillerie stammen Alles wirkt sehr gepflegt, obwohl viele Anlagen aus der Gründerzeit zu stammen scheinen. und wir werden von  unserem Guide bestens unterhalten. Nach 1 Stunde ist der Rundgang beendet und wir sind um viele Informationen reicher geworden. Es gibt leider keinen Whiskey zu kaufen, am Sonntag ist der Shop der Brennerei geschlossen, außerdem ist Tennessee ein „trockenes“ Land, hier wirkt die Prohibition noch nach. Alkohol gibt es nur im Liquor Store! Wer in die Nähe von Lynchburg kommt, sollte aber diese Führung auf keinen Fall verpassen.

Wir besichtigen noch den alten Ortskern und essen in einem Lynchburger Schnellimbiss-darauf hätten wir besser verzichten sollen!

Gegen 14.30 Uhr brechen wir in den Natchez Trace State  Park auf. Die Landschaft ist abwechslungsreich, Häuser und Anlagen sind gepflegt, selbst die Seitenstraßen sind in sehr gutem Zustand.. Tennessee scheint ein Bundesstaat zu sein, dem es wirtschaftlich gut geht-welch ein Unterschied zu Illinois und Indiana!

Um 18.30 Uhr erreichen wir den Natchez Trace State Park. Wir werden auf den Pin Oak RV Campground geleitet, er ist herrlich an einem See gelegen. Aber hier  bläst uns wieder ein kalter Wind entgegen, abends prasselt der Eisregen aufs RV Dach. Von den 50 Plätzen, die alle mit Strom und Wasser einige sogar mit Full Hook Up ausgestattet sind,  sind nur 5 belegt. Wir belegen den Platz 33  über dem See, der Full Hook Up bietet und 25 $ kostet. Es gibt wieder mal Spaghetti mit Tomatensauce und Salat. Ein Bud Light stillt den ersten Durst.

Morgen können wir ausschlafen, denn bis Memphis sind es nur 130 Meilen, die können wir in ca. 2 Stunden schaffen, außerdem haben wir einen Platz Graceland RV Park per mail reserviert.

 

Montag 28. März

 

In der Nacht prasseln wieder Graupelschauer auf den Freelander, so laut, dass wir davon geweckt werden. Gott sei Dank schlafen wir wieder ein und stehen schließlich um 8.00 Uhr auf. Als wir aus dem Fenster schauen trauen wir unseren Augen kaum, die Sonne scheint, kaum ein Wölkchen ist zu sehen. Wir frühstücken fürstlich mit Eiern und Speck und beschließen einen Spaziergang durch den ausgedehnten Campground zu unternehmen. Nur wenige Wohnmobile haben sich auf diesen herrlichen Platz verirrt. Wir genießen das Vogelgezwitscher, den blauen Himmel und die Ruhe. Um 10.15 Uhr werfen wir den Motor an und verlassen diesen empfehlenswerten Platz. Über Lexington geht es auf die Interstate 40 nach Memphis. Den Graceland RV Park erreichen wir um 13.00 Uhr. Nach den Registrierungsformalitäten wird uns ein Platz in der letzten Reihe zugewiesen mit Blick in den Park. Nach kurzer Ruhepause erkunden wir die Umgebung. Wir treffen auf 5 Roadbear Fahrzeuge, die alle in verschiedene Städte überführt werden. Neben uns steht eine Familie aus Hamburg, mit der wir einen netten Abend verbringen. Vorher gibt es ein opulentes Abendessen mit Fisch und Gemüse. Graceland und Memphis wollen wir am nächsten Tag erkunden.

Bei einem Glas Wein werden viele Erfahrungen ausgetauscht.

Am Dienstag haben wir vor, um 9.00 Uhr an der Kasse von Graceland zu sein, die nur wenige 100 Meter von unserem Campground entfernt liegt.

 

 

Dienstag 29. März

 

Das Frühstück fällt heute etwas spartanischer aus, um 9.00 betreten wir das Gelände von Graceland und werden der 2. Führung zugeteilt.

Wir erhalten ein deutschsprachiges Audiogerät und ein Shuttlebus bringt uns an das Anwesen, in dem Elvis Presley mit seiner Familie gelebt hat und auf dem er auch begraben liegt. Überall ertönt Elvis Musik!

Das ganze Museum hat in den USA einen hohen Kultstatus, mehr als 600000 Besucher „pilgern“ jährlich nach Graceland.

Das Haus ist im Originalzustand erhalten und alle Räume, außer den Privaträumen im Obergeschoss können besichtigt werden. In den Räumen hängen die Erfolge des Rocksängers in Form von goldenen Schallplatten. Viele Melodien erinnern uns an unserer eigene Jugend, da wir ja fast Zeitgenossen sind.

Nach der Hausbesichtigung geht es in das Gelände, mit Pool, Pferdekoppel und der Grabstelle von Elvis und seinen Eltern. Am Todestag, dem 16. 8. 1977 befanden wir uns auf dem Rückflug nach Deutschland von unserer ersten USA Reise. Während des Fluges gab der Pilot der PanAm bekannt: The King is dead! Insofern hatten wir schon eine besondere Beziehung zu diesem Rockstar. Auch wer kein Elvis Fan ist, sollte sich eine Besichtigung  von Graceland nicht entgehen lassen. (Da wir Senioren und ADAC Mitglieder sind erhielten wir 20% Rabatt)

Wir erwerben abschließend noch eine DVD und ein paar Souvenirs und kehren ins Wohnmobil zurück. Nach einem kleinen Imbiss machen wir uns auf den Weg nach Downtown Memphis. Wir nehmen den Citybus (Tagesticket für 2 Personen 6,25 $) und sind erstaunt, dass wir die einzigen Weißen in diesem Verkehrsmittel sind. Auf der Fahrt passieren wir ziemlich heruntergekommene Viertel. Nach etwa 35 Minuten erreichen wir das Stadtzentrum und suchen zunächst das Visitor Center auf. Da es wieder zu regnen beginnt, nehmen wir die Anregung der Dame am Schalter gern auf, mit einem Tagesticket (6.25 $) eine Fahrt mit der historischen Trolley Bahn zu unternehmen. Man sieht die wichtigsten Punkte der Stadt und kann jederzeit unterbrechen und wieder einsteigen. Auf der Beale Street, die ebenfalls sehr schmuddelig wirkt, erleben wir Live Musik und können uns vorstellen, was hier nachts los sein wird, darauf verzichten wir jedoch angesichts der Tatsache, dass Memphis zu den unsichersten Städten der USA zählt. Ein pulsierendes Stadtleben vermissen wir. Um 16.30 Uhr besteigen wir am Busbahnhof von Memphis unseren Bus, wieder als einzige weiße Fahrgäste und erreichen unser Motorhome gegen 17.15 Uhr! Nach dem Abendessen liest meine Frau und ich versuche den Reisebericht zu vervollständigen und noch einige Bilder hochzuladen.

Morgen wollen wir früh aufstehen, es geht zunächst nach Stuttgart in Arkansas das ein Adam Bürkle aus Plattenhardt in Baden Württemberg

1878 gegründet hat. Es soll dort ein Heimatmuseum geben, das wir unbedingt besichtigen wollen, da meine Frau ebenfalls aus der Umgebung von Stuttgart stammt. Danach geht es weiter zum Lake Catherine State Park, insgesamt 220 Meilen.

Wir werden erst wieder in Tulsa (Oklahoma) einen W-Lan Anschluss haben.

 

 

Mittwoch 30. März

 

In der Nacht regnet es erneut heftig, wir fühlen uns aber wohl, der elektrische Heizofen hält mit seinem Thermostat eine angenehme Temperatur, so dass wir bald wieder tief schlafen. Um 6.00 Uhr klingelt der Wecker. Ich stehe zuerst auf, nach der heißen Dusche in unserem kleinen Badezimmer bereite ich das Frühstück vor. Beim Gang zum Müllcontainer treffe ich einen Deutschen aus Minden, der mit seinem Wohnmobil direkt neben uns steht, ich erfahre, dass er sein Gefährt von Hamburg in die USA verschifft hat und nun 8 Monate damit die Vereinigten Staaten erkunden will, das wäre uns denn doch ein wenig lang. Die Verbindungen zu Strom, Wasser und Abwasser werden um 8.00 Uhr gekappt und wir fahren 6 Blocks auf dem Elvis Presley Boulevard stadtauswärts, dort hatte der Nachbar aus Hamburg einen Aldi Markt entdeckt. Wir wollen dort einkaufen, leider hat er noch geschlossen. Da wir nicht bis 9.00 Uhr warten wollen, rollt unser RV auf der 55 durch Memphis und dann  Richtung Little Rock. Zunächst überqueren wir in Höhe von Downtown Memphis den mächtigen Mississippi. Wie wir bald erkennen, führt er Hochwasser. Gegen Mittag erreichen wir dann Stuttgart Arkansas, ( 10.000 Einwohner) nachdem wir lange Strecken durch Ebenen mit weiten, nassen Feldern gefahren sind. Das Städtchen Stuttgart ist die Hauptstadt der Entenjagd und des Reisanbaus in den USA und schon von weitem sieht man die Türme der Reismühlen wie Kathedralen aus der Ebene aufragen. Wir fahren zunächst über die fast menschenleere Mainstreet, auf der Suche nach dem Heimatmuseum, in dem die Geschichte der  Stadt dargestellt sein soll.

Zufällig kommen wir an der Chamber of Commerce (Handelskammer) vorbei und beschließen hier zu fragen, an der Rückwand des Büros hängt ein Poster der Stadt Stuttgart (Germany) Als man hört, dass wir aus Deutschland sind und meine Frau aus der Nähe von Stuttgart (Germany) stammt, werden wir sehr freundlich begrüßt und mit Informationsmaterial versorgt. Als Gastgeschenk erhalten wir einen Kaffeebecher mit der Aufschrift: Stuttgart Arkansas. Natürlich erfahren wir auch, wo wir das Museum finden.

Im Museum werden wir von zwei alten Damen und einem älteren Herrn empfangen. Dieser führt uns durch das Museum, und erklärt gleich, dass er nur ein Volunteer sei, angesichts seines sehr fortgeschrittenen Alters müssen wir schmunzeln. Wir erfahren alles über den Gründer der Stadt, Pfarrer Adam Bürkle aus Plattenhardt im Schwabenland und können seine alte Bibel und einige Bilder bestaunen. Das Museum hat nicht nur die Geschichte der Stadt dokumentiert, man findet auch eine unglaublich umfangreiche Sammlung von Spielzeug, alten Fahrzeugen, Bildern, Waffen und Lockpfeifen für die Entenjagd, sowie einigen alte Instrumenten. Als ich ein altes Harmonium sehe, frage ich, ob ich darauf spielen darf.

Unser Begleiter gestattet es sofort und ich gebe einige Kirchenlieder und englische und deutsche Volkslieder zu Gehör, zur großen Verzückung der beiden älteren Damen. Schließlich führt uns unser Volunteer noch einige alte Drehorgeln und Walzengeräte vor, die ebenfalls noch perfekt funktionieren.  Es ist so spannend, dass wir die Zeit völlig aus den Augen verloren haben, es ist mittlerweile 14.00 Uhr  geworden.

Hier hätten wir noch Stunden zubringen können, ohne dass es langweilig geworden wäre. Unser Ziel an diesem Tag ist aber der Lake Catherine State Park und der liegt noch ca. 120 Meilen entfernt. Also verlassen wir diesen interessanten Ort, nehmen noch einen kleinen Imbiss zu uns und beschließen, nicht auf der Interstate weiterzufahren, sondern Nebenstrecken zu wählen. Eine gute Entscheidung, denn erstens sind diese Straßen kaum befahren, sie sind auch in einem besseren Zustand als die Interstates. Wir erhalten einen Anruf aus der Heimat und können aus dem fahrenden Wohnmobil telefonieren. Die Landschaft ist abwechslungsreich und so erreichen wir nach ca. 3 Stunden Fahrt unseren Campground, der herrlich an einem See liegt. Das Office hat schon geschlossen und der Campgroundhost sagt, dass wir uns erst morgen früh anmelden sollen. Meine Frau kocht einen sehr leckeren Eintopf aus Hackfleisch, Bohnen, Tomaten, Kartoffeln und Möhren. Dazu gibt es einen herrlichen Burgunder, den wir unterwegs in einem Liquorstore erstanden hatten.

Der Abend endet mit klassischer Musik, Lektüre, Reisetagebuch schreiben und einem weiteren Glas Burgunder.

Wenn das Wetter mitspielt wollen wir morgen eine Wanderung durch den weitläufigen Statepark unternehmen.

 

Donnerstag 31. März 2011

 

Um 7.00 Uhr stehen wir auf und freuen uns über sonniges Wetter mit fast wolkenfreiem Himmel. Nach dem Frühstück machen wir uns auf den Weg zum Office um uns für die zwei  Tage anzumelden, wir erfahren, dass Site Nr. 58 ab heute reserviert ist-das Wochenende naht. Wir werden auf Platz 54A umgebucht und bezahlen da wir Senioren, Triple A  und Good Sam Mitglieder sind nur 43 $, so sparen wir 22.50$. Natürlich gibt es den üblichen Smalltalk dann erhalten wir eine Karte mit den Trails, danach  geht es zum Freelander zurück. Wir packen unsere Rucksäcke und entscheiden uns für den Dam Mountain Trail, der ungefähr 4,5 Meilen lang ist. Der Anfang des Weges ist nicht besonders gut gekennzeichnet. Als wir einen jungen Mann treffen und ihn nach dem Anfang des Trails fragen, geht er mit uns dorthin und zeigt ihn uns, obwohl er in eine andere  Richtung wandert.  Es geht zunächst an einem Wasserfall vorbei und dann bergauf-ca. 200 m bis wir einen herrlichen Blick auf den Lake Catherine haben, einen Stausee, der zu einem System von Seen gehört mit denen Strom und Trinkwasser erzeugt wird. Im Gegensatz  zu den Wanderungen, die wir im Nordwesten der USA und in den Rocky Mountains gemacht haben, müssen wir uns hier nicht vor Berglöwen und Bären fürchten, so können wir entspannt die Wanderung genießen.

Unser Picknick findet an diesem Aussichtspunkt statt, sogar eine Bank wurde hier installiert. Wir treffen Jim, einen Amerikaner aus Hot Springs, der sich wundert, dass sich Germans hierhin verirrt haben, er macht ein Foto von uns und will es uns per mail schicken. Der Rückweg eröffnet immer neue Blicke auf den See und führt dann recht steil über Felsen zum Wasserfall zurück. Kurz vor dem Campground beginnt es zu regnen und wir sind froh, dass wir die Wanderung abgeschlossen haben. Im Wohnmobil gibt es Kaffee und Kuchen und wir reservieren mit unserem Handy den nächsten Campground in Tulsa (Oklahoma). Es ist kein State Park, da wir waschen  und den Reisebericht und neue Bilder auf unsere Seite laden wollen.

Nach dem Abendessen machen wir noch einen Spaziergang über den ausgedehnten Campground und sehen am Ende ein Roadbear RV. Wir klopfen an und ein junger Mann öffnet. Er überführt das Wohnmobil allein nach LA, wir sind erstaunt, wie  man eine solche Strecke ohne Begleitung zurücklegen kann. Danach treffen wir noch den Campgroundhost und unterhalten uns über den perfekt angelegten Platz, er ist sehr stolz, dass die Germans seinen Staat so loben. Dann geht es zurück zum Wohnmobil, denn wir werden heute früh schlafen gehen, es soll zeitig losgehen , 254 Meilen liegen vor uns und nur einen Teil davon wollen wir auf einer Interstate zurücklegen.

 

Freitag 1. April 2011

 

Der Wecker klingelt um 5.50 Uhr, jetzt hätten wir gern noch etwas geschlafen, aber die Straße ruft. Wir frühstücken, spülen und docken um 7.40 ab.

Ich schalte unser Navi ein, Fehlermeldung. Zweiter Versuch-wieder Fehlermeldung. Nun versuche ich einen Reset-jetzt nur noch blauer Bildschirm und die Meldung, dass das Navi ein GPS Update vornehmen will. Ich bin wütend, denn um den Campground in Tulsa zu finden, wäre das GPS sehr hilfreich gewesen. Ich hole das Tom Tom heraus, das wir von Roadbear erhalten haben, und versuche es damit, nach zwei Versuchen läuft es, die Ziele hatte ich schon am Abend (in weiser Voraussicht) eingegeben. Wir verlassen den Catherine Lake, es geht zunächst Richtung Hot Springs, dann auf die 270 Richtung Nordwesten. Als wir uns auf der 71 in Richtung Fort Smith befinden, sehen wir auf der Karte, dass sich Straße für ein kurzes Stück teilt. Auf der Umgehungsstraße können wir schon von weitem einen riesigen quer stehenden Coca-Cola Laster erkennen, der die ganze Straße versperrt. Der Sheriff, der schon vorher mit hohem Tempo an uns vorbeigerauscht war, hat sein Warnlicht eingeschaltet und sichtet offensichtlich die Lage. Wir erkennen sofort, dass es Stunden dauern würde, dieses Hindernis zu beseitigen und wenden unser Wohnmobil, noch bevor sich eine Schlange gebildet hat. Wir fahren durch den Ort und umgehen so das Unfallgeschehen. Die Landschaft ist abwechslungsreich und kaum besiedelt. Das Waldgebiet Ouachita National Forest ist sicher größer als der Schwarzwald aber wilder. Immer wieder treffen wir auf Grundstücke mit Häusern, die eher einer Müllkippe als einer menschlichen Ansiedlung ähneln, hier kann sich auch der Messi ausleben. Wir überqueren den Arkansas wieder mal auf der 40 nach Westen und erreichen Oklahoma. Im Welcome Center werden wir mit Informationen über Tulsa und Karten versorgt, ein Service der natürlich in den USA überall kostenlos ist. Auch Kaffee und andere Getränke werden hier unentgeltlich angeboten. Als wir Tulsa erreichen, sind wir froh, dass beide Navis wieder funktionieren und sich auch noch einig sind. Wir finden den Mingo Campground problemlos und checken ein. Glücklicherweise erhalten wir einen Platz (site) der  nicht in der Nähe der Interstate liegt und sogar ein wenig Rasen aufweist. Unser Nachbar hat einen Trailer Marke „Roadtrain“, so dass wir uns wie Zwerge vorkommen Das Wetter ist hier bereits sommerlich bei 24° und morgen sollen es sogar 28° Celsius werden. Nach dem leckeren Abendessen (Gemüsesuppe) wird ausgiebig gewaschen, danach Lese und Schreibstunde. Internet klappt nach einer Stunde einigermaßen, da die meisten Gäste wohl schlafen. Ein guter Chardonnay rundet den erlebnisreichen Tag ab.

Am Samstag liegen 217 Meilen vor uns, es geht in den Foss State Park, auch hier sieht der Wetterbericht gut aus! Wir werden früh aufbrechen und freuen uns schon auf die nächste Etappe!

 

 

Samstag, 2. April 2011

 

Auch heute reißt uns der Wecker um 5.45 Uhr aus dem Tiefschlaf. Das Morgenritual hat sich mittlerweile zur Routine entwickelt und läuft bereits automatisch ab. Um 7.40 rollen wir vom Mingo RV Park auf den Highway 44. Unsere beiden GPS Geräte führen uns sicher und problemlos durch das Straßengewirr um Tulsa herum. Die Sonne scheint und wir lassen den Freelander rollen. Nach Tulsa geht es auf die Interstate 40, die uns schon sehr vertraut erscheint. Auch die Hauptstadt Oklahomas, Oklahoma City, wird zügig umfahren und wir bewegen uns, untermalt von der Musik vom IPod immer Richtung Westen. Die Landschaft wirkt jetzt schon wüstenartiger, rechts und links der Interstate riesige Grasflächen mit weidenden Rindern.

Das größte Problem bei diesen endlosen Strecken ist die aufkommende Müdigkeit, wir versuchen sie mit Gesprächen und Musik zu bekämpfen.

Um 11.00 Uhr erreichen wir Clinton/Oklahoma, das nur noch 17 Meilen von unserem Ziel entfernt liegt. Wir rasten hier und genehmigen uns mal wieder einen Southern Salad mit Fries bei Mac Donalds, den wir allerdings gemütlich mit einem light Beer im Wohnmobil genießen, natürlich mit dem Hintergedanken, das kostenlose Wifi zu nutzen, um noch einmal den Wetterbericht für den Palo Duro Canyon zu überprüfen. Auch wird noch einmal nachgetankt, denn der Durst unseres Freelanders scheint unerschöpflich, die Gallonen fließen nur so in den leeren Tank und die Kreditkarte muss wieder einmal bluten. (Seither gab es übrigens keine Probleme mit der Akzeptanz mehr!)

Um 13.00 Uhr erreichen wir den Foss State Park, der an einem Wasserreservoir gelegen ist. Das Office hat geschlossen und eine Info empfiehlt einen Platz zu belegen, an dem der Park Ranger später kassiert. Wir haben Glück, direkt am Wasser ist Platz Nr. 3 nicht belegt, und schnell sind Strom und Frischwasser angeschlossen. Als ich die Tür öffne, werden wir in den Sommer katapultiert, das Thermometer zeigt unglaubliche 29° Celsius. Schon auf dem Weg in den State Park bläst ein heftiger Wind, hier erscheint es noch schlimmer zu sein, das Wohnmobil schwankt hin und her. Wir ziehen sofort unsere Sommerbekleidung an und setzen uns vor das Wohnmobil mit einem Gin Tonic. Unsere Nachbarn, die kurz vorher hier angekommen waren, begrüßen uns herzlich und setzen sich zu uns. Es stellt sich heraus, dass Richard lange in Deutschland stationiert war und eine deutsche Frau hatte. Er schwärmt im Rückblick von Deutschland und spricht auch noch recht gut Deutsch, wir führen eine angeregte Unterhaltung.  Leider  stoßen wir auch hier immer wieder an die Grenzen unseres Wortschatzes. Die Bandbreite der Themen reicht von privaten Dingen bis zur Politik Obamas, die die beiden im Prinzip befürworten. Gegen 16.00 Uhr legen wir uns etwas hin, ich schlafe sogar ein Stunde, es war eine ermüdende Fahrt. Gegen 18.00 Uhr gibt es noch einmal die leckere Gemüsesuppe, von der meine Frau eine große Menge gekocht hatte, so dass das Abendessen  keiner Vorbereitung bedurfte.

Anschließend unternehmen wir noch einen kleinen Spaziergang über den Campground, der sich mittlerweile gefüllt hat, auch der Ranger hatte seine Runde gemacht und wir erhielten wieder einen Seniorenrabatt.

Zum Abschluss des Tages setzen wir uns noch vor den Freelander und genießen die wunderbare Abendstimmung bei einem Glas Wein.

Morgen geht es früh weiter in den Palo Duro Canyon, wo wir zwei Tage bleiben wollen.

 

Sonntag, 3. April 2011

 

In der Nacht bläst ein heftiger Wind, der das Wohnmobil durchschüttelt, an Tiefschlaf ist kaum zu denken. Dennoch stehen wir am Sonntag früh auf und fahren um 7.30 Uhr los, nachdem wir noch 10 Minuten die Dump Station suchen. Wir biegen auf die 73 Richtung Black Kettle National Grassland ein. Immer noch bläst ein heftiger Wind, so dass das Fahren sehr mühsam wird.  Der Wind versucht den Freelander von der Straße zu drücken. Wir entscheiden uns schließlich wieder auf den Highway zurückzukehren und wählen die Straße nach Cheyenne.  In Seyre wird noch einmal eingekauft und nachgetankt, der Durst unseres Freelanders ist unersättlich, bereits mehr als 800 $ sind in den Tank geflossen. Auf der 40 stürmt es ebenso, aber auf den 4 Spuren kann man leichter gegenlenken. Die Landschaft ist eintönig, flaches Weideland mit grasenden Rindern, das Auge kann sich kaum an einem Punkt orientieren. Immer wieder werden wir von Trucks überholt, denen der Wind wohl weniger ausmacht als uns. Ein Wohnmobil bietet halt eine große Angriffsfläche. In Texas läuft die Route 66 weite Strecken parallel zur Interstate, aber kaum jemand scheint sich für diese historische Route  zu interessieren. Gegen 12.45 Uhr erreichen wir Amarillo und suchen zunächst das Texas Welcome Center auf, wieder gibt es eine Karte und Infos zum Palo Duro Canyon. Die Temperaturen liegen bei hochsommerlichen 34 ° Celsius, dazu weht immer noch ein heißer Wüstenwind. Danach essen wir und tanken noch einmal voll. Gegen 15.00 Uhr kommen wir im Palo Duro State Park an. Im Office weist man uns die Site 28 auf dem Hackberry Campground zu. Man informiert uns, dass es morgen einen Wettersturz geben soll, nur noch 4° Celsius, mit möglichen Schneeschauern, das sind ja tolle Aussichten, wo wir morgen doch eigentlich wandern wollen! Es geht eine steile Straße herunter in den Canyon. Wir parken ein und schließen Wasser und Strom an, die Klimaanlage wird zum ersten Mal notwendig. Ein kurzer Ruheschlaf schließt sich an. Danach gibt es Kaffee und Kuchen, anschließend einen Rundgang über den Campground. Neben uns steht ein Roadbear Überführer nach San Francisco aus der Pfalz. Weitere Roadbear Fahrzeuge (insgesamt fünf) stehen in unserem Loop, hier scheint erneut eine Konzentration von Roadbear Fahrzeugen stattzufinden. Der Canyon ist der zweitgrößte  der USA, er ist 193 km lang, hat eine durchschnittliche Breite von 10 km und ist bis zu 244 m tief.

Fotomotive gibt es reichlich. Der Hinweis auf mögliche Überflutungen durch den Red River macht uns etwas nachdenklich, besonders im Hinblick auf den möglichen Wetterumschwung. Wir hoffen aber dass es nicht so schlimm kommen wird und genießen unser Abendessen.

Zum Abschluss des Tages gibt es noch ein ungeplantes Treffen mit Nachbarn aus Georgia, und den Überführern aus der Pfalz. Nach einem anregenden Gespräch wird der Wunsch nach Gesang laut und meine Gitarre kommt zum ersten Mal zum Einsatz, deutsche und amerikanische Volkslieder werden gesungen und das bei hohem Gesangsniveau. Es wird ein unterhaltsamer Abend, der bei sternklarem Himmel und Temperaturen um die 25° gegen 22.00 Uhr endet. Kurz darauf beginnt der starke Wind jedoch erneut zu blasen und das Wohnmobil schaukelt wie auf Wellen. Hoffentlich haben wir eine ruhige Nacht, morgen wollen wir ausschlafen.

 

Montag, 4. April 2011

 

In der Nacht stürmt es weiter und als wir gegen 3.30 Uhr Eisregen auf das  Dach des Wohnmobils prasseln hören befürchten wir das Schlimmste.

Wir schlafen bis 8.00 Uhr und als wir aus dem Fenster blicken strahlt die Sonne vom blauen Himmel. Die Temperatur liegt bei 8° Celsius, also bestes Wanderwetter! Wir frühstücken den letzten Speck mit Spiegeleiern, spülen, packen unsere Rucksäcke mit Obst, Sandwich und Getränken und brechen um 10.15 Uhr auf zum Anfang des Lighthouse Trails, der zu einer wunderschönen Gesteinsformation führt, der einem Leuchtturm ähnelt.

Um dorthin zu gelangen müssen wir einen weiteren Trail, den Paseo del Rio bewältigen, der allerdings leicht zu begehen ist und neben der Straße entlang läuft. Um 10.55 Uhr erreichen wir den Trailhead, blauer, wolkenloser Himmel, die Temperaturen liegen mittlerweile bei 12°, jedoch bläst immer noch ein z. T. heftiger, frischer Wind. Eine wunderschöne Wanderung beginnt, die immer wieder spektakuläre Ausblicke bietet, die Sonne beleuchtet dieses herrliche Panorama perfekt von hinten, so dass wir viele Bilder machen und nicht so zügig vorankommen. Ein Biker überholt uns, sonst sind wir allein in dieser herrlichen Landschaft. Vor uns plötzlich eine Gruppe von Bergschafen, die sich aber offensichtlich nicht für uns interessieren. Nach ca.1 Stunde erreichen wir das Ende des Trails und treffen drei Amerikaner aus Minnesota, die mit ihrem Trailer neben uns auf dem  Campground stehen. Sie haben ihre Pause beendet und brechen kurz nach unserer Ankunft Richtung Campground auf.. Wir verzehren unser Sandwich, trinken etwas und versuchen noch den Aufstieg zum Lighthouse.

Wir geben jedoch nach kurzer Zeit auf, weil uns der Abstieg hinterher zu gefährlich erscheint und wir hier nicht so schnell mit Hilfe rechnen können, zumal im Canyon keines unserer Handys ein Netz findet. Gegen 13.00 Uhr geht es zurück, die Sonne steht nun nicht mehr so günstig, an die herrlichen Ausblicke haben wir uns mittlerweile gewöhnt. Nach einer Stunde erreichen wir den Trailhead, jetzt müssen wir noch die 3 km bis zum Campground schaffen. Unsere Gang ist nicht mehr so zügig wie zu Beginn der Wanderung. Am RV sehen wir auf unserem Schrittzähler, dass wir 19 km zurückgelegt haben, eine stramme Leistung und wir sind ein wenig stolz. Nach einer angemessenen Erholungspause kocht meine Frau ein leckeres Abendessen mit Salat und wir genießen anschließend. die herrliche Abendstimmung. Als ich draußen noch ein wenig Gitarre spiele, kommt ein Ehepaar mit einem Collie vorbei und erfreut sich an der Musik. Im Gespräch erfahren wir, dass sie aus New Hampshire stammen, seine Frau in Wiesbaden geboren ist und er ein Blue Grass Fan ist. Er übernimmt die Gitarre, singt und spielt einige Blue Grass Stücke, ein echter Genuss. Schade, dass wir morgen schon weiter fahren. Die beiden erzählen uns auch, dass es den Schnee tatsächlich gegeben hat und zwar 30 Meilen von hier in Amarillo. Da es immer kühler wird, ziehen wir uns schließlich in den Freelander zurück, schalten unseren Elektroofen ein und beschließen den wunderschönen Tag mit einem Glas Rotwein. Morgen wollen wir um 5.45 Uhr aufstehen, damit wir die 297 Meilen zum Brantley Lake State Park auch schaffen.

 

Dienstag 5. 4. 2011           


Der Wecker reißt uns aus dem Tiefschlaf, wie schön wäre es, sich jetzt noch einmal umzudrehen, doch die Straße ruft. Es ist kalt im Wohnmobil, ein Blick nach draußen zeigt-sternklarer Himmel. Schnell sorgt die Heizung für angenehme Wärme. Das übliche Ritual wird schnell abgespult, dann fahren wir auf den Campgroundloop, um noch einmal den Canyon im Licht der aufgehenden Sonne zu erleben. Kurz nach dem Lighthouse Trailhead sehen wir ein bizarres Bild: die Parkverwaltung hatte vergessen einen Rasensprenger abzustellen und das Wasser hatte in der Nacht bei den Minustemperaturen den Baum in ein Eiskunstwerk verwandelt.

Gegen 8.30 Uhr verlassen wir den Palo Duro Canyon und fahren zunächst auf der Interstate 27 bis Lubbock. Dann biegen wir auf den Highway 62 Richtung Carlsbad ab. Die letzten 70 Meilen von Hobbs bis Carlsbad entwickelten sich zu einer Horrorfahrt. Keine Rest Area, keine Haltemöglichkeit, der Himmel hängt auf der Straße eine öde, flache Landschaft, die einem die letzte Lust am Fahren nimmt. Als wir endlich gegen 15.30 Uhr in Carlsbad ankommen bin ich total erschöpft, mehr als 6 Stunden Fahrt ohne eine Pause, da erschien der Mac Donalds wie eine Oase.

Gegen 17.00 Uhr erreichen wir schließlich den Brantley Lake State Park, der an einem Stausee in einem wüstenartigen Gelände liegt.

Wir belegen Site 19 mit Blick auf den See und bezahlen 14 $ für Wasser und Stromanschluss. Gegen 18.30 Uhr trifft ein weiteres Roadbear Fahrzeug auf dem Campground ein. Wir hatten gerade gegessen, da klopft es an die Tür- es ist Didi ein Mitglied aus dem Forum Womo Abenteuer, der nach LA unterwegs ist. Ich hatte gelesen, dass er auch auf einer Überführung war, aber dass man sich auf einem Campground trifft, kann man wohl als großen Zufall bezeichnen. Wir verabreden uns für den Abend und sitzen noch bis Mitternacht bei einigen Gläsern Rotwein zusammen und tauschen Erfahrungen aus. Um 6.15 MEZ rufen wir meine Schwester  in Köln an, ebenfalls ein Mitglied im Forum, die total überrascht ist-kurz darauf aber bereits einen Beitrag ins Forum stellt. Für morgen verabreden wir ein Treffen auf dem Oliver Lee State Park, von dort wollen wir die White Sands erkunden.

Nachtrag: Sind gerade in Alamogordo auf der Internetinsel Mc. Donalds angekommen. Unser Lieblingssalat: Southwest schmeckt auch hier. Die Stadt macht einen sehr ordentlichen Eindruck. Gleich geht es weiter zum Oliver Lee State Park.

 

Mittwoch, 6. 4. 2011

 

Heute haben wir ausgeschlafen und stehen erst um 7.45 Uhr auf. Nach dem Frühstück geht es um 9.45 Uhr zum dumpen und danach auf die Route nach Alamogordo. Didi treffen wir an der Dump Station, auch er will zum Oliver Lee State Park. Zunächst geht es auf der 285 nach Artesia, der Wind bläst wieder heftig, so dass Geschwindigkeiten über 50 Meilen kaum möglich sind. Auf der 82 nach Alamogordo bläst der Wind von vorn, jetzt kann ich den Freelander etwas schneller laufen lassen. Eine der landschaftlich schönsten Strecken der Tour beginnt. Erstmals haben wir einen Radiosender erwischt der Countrymusik als Wunschkonzert sendet. Mit dieser tollen Musikuntermalung windet sich die Straße in ein Hochtal der Sacramento Mountains, das ca. 1400 Meter Höhe aufweist. Grüne Weideflächen mit grasenden Rindern und Tannen wechseln sich ab. Es geht immer weiter hinauf, bis wir mit ca. 2600 Meter den Scheitelpunkt  der Straße erreicht haben, das ist höher als das Nebelhorn bei Oberstdorf!  Ein Skigebiet, das sich hier oben befindet, macht einen etwas anderen Eindruck als in Europa, es sieht alles etwas weniger durchgestylt aus. Nun führt die Straße zügig bergab und kurz vor Alamogordo erleben wir einen spektakulären Ausblick in die Ebene! Gegen 13.30 Uhr kommen wir die Stadt, die immerhin noch 1300 Meter hoch liegt, dort verlangt der Freelander mal wieder nach einer frischen Tankfüllung. Wir wählen nicht den Bypass, sondern fahren mitten durch die Stadt, die im Vergleich zu anderen Orts Durchfahrten einen sehr gepflegten Eindruck macht. Auch der  Mc Donalds, wo wir einen  Southwest Salad genießen und  die letzte Tagebuchseite ins Netz stellen hat nicht die übliche Architektur, sondern fällt aus dem Rahmen. Dann rollen wir Richtung Oliver Lee State Park, den wir gegen 15.30 Uhr erreichen. Immer wieder sehen wir Windhosen, die den Staub spiralförmig in die Höhe ziehen, es sieht unheimlich aus und wir können nicht abschätzen, ob davon eine Gefahr ausgeht.

Wir belegen Site 6 und genießen die herrliche Aussicht in die Ebene, denn der Park liegt am Fuße der Sacramento Mountains. Jedoch ziehen immer wieder dunkle Wolken auf und Dust Devils tanzen in der Ebene ihren staubigen Tanz. Aus den Bergen drücken dunkle Wolken in die Ebene, in der Ferne zucken Blitze, eine unheimliche Stimmung liegt über dem Campground der am späten Nachmittag gut gefüllt ist. Der Ranger im Office empfiehlt uns, nicht am Abend in die White Sands zu fahren, sondern dies morgen früh zu tun, wir werden seinen Rat befolgen. Gegen 18.30 Uhr trifft Didi mit seinem Freelander ein, er war bereits in den White Sands und zeigt uns seine Fotos. Allerdings war das Wetter bei ihm auch nicht perfekt und der erhoffte Sonnenuntergang fand nicht statt. Wir sitzen noch bis 20.30 Uhr vor unserem Wohnmobil mit einem Glas Rotwein und genießen die etwas unheimliche Stimmung-immer den sicheren Rückzugsweg im Auge.

 Wir wollen uns nach der Reise in Hattingen treffen um Bilder und Erfahrungen auszutauschen. Morgen stehen wir wieder früh auf, damit wir die White Sands zeitig erreichen, wir hoffen auf gute Bilder!

Das Tagesziel ist der Elephant Butte State Park.

Wir haben unsere Planung seit gestern geändert (wir haben nur jeweils einmal übernachtet) und damit zwei Tage gewonnen. Einen davon wollen wir in Albuquerque verbringen. Mal sehen, was uns am neuen Tag erwartet!

 

Nachtrag: Wir treffen Didi noch drei Mal, einmal beim Frühstück, dann in den White Sands (Georgeous!!!) und dann überholt er uns auf der 70 Richung Las Cruces!! Er fährt weiter nach Westen (Arizona) wir fahren nach unserem südlichsten Punkt (Las Cruces) Richtung Norden!

Im Augenblick stehen wir in Truth or Consequences (Name einer Quizshow) bei Mäckes und laden die neue Seite hoch. Erst in Albuquerque haben wir wieder einen Platz mit WiFi (Änderung unseres Routenplans, da bei der Hitze keine Aktivitäten in den State Parks möglich), dann gibt es auch wieder neue Bilder!

 

Donnerstag 7. 4. 2011

 

 

Es ist noch dunkel, als wir aufstehen, denn wir wollen pünktlich um 8.00 Uhr in den White Sands sein. Auch Didi aus Bottrop ist bereits auf den Beinen, er ist auf dem Weg in die sehr sauberen Duschen des Campgrounds. Er hatte die White Sands bereits am Vortag erkundet, war aber mit Licht und Windverhältnissen nicht so zufrieden gewesen und will daher heute noch einmal einen Besuch unternehmen. Wir fahren durch Alamogordo in Richtung Las Cruces. Unterwegs sehen wir ein Hinweisschild auf die Air Basis Holoman, auf der auch deutsche Luftwaffenpiloten ausgebildet werden.

Als wir zum Visitor Center einbiegen sehen wir, dass das National Monument bereits um 7.00 Uhr öffnet, wir ärgern uns, dass wir nicht eher aufgestanden sind. Die Eintrittskarten für 3 $ gibt es an der Schranke zum Park. Die Straße ist zunächst geteert, es sieht anfangs nicht sehr spektakulär aus, Dünen mit Grasbüscheln. Das ändert sich schlagartig, als die Sonne durch die Wolken dringt. Die grauen Dünen sind plötzlich in ein gleißendes Weiß getaucht, so als wenn es geschneit hätte. Wir dringen tiefer in das Gebiet ein, noch sind kaum Besucher im Monument. Die Straße hat nun keine Asphaltdecke mehr und ist teilweise vom Sand zugeweht. Immer wieder halten wir an, wenn die Sonne die Landschaft in eine Zauberwelt verwandelt. Wie grandios muss das bei einem Sonnenuntergang wirken, den wir leider nicht mehr erleben können, da wir heute unseren südlichsten Punkt der Reise erreichen, von wo uns der Weg dann nach Norden führt. Wir verlassen den Freelander an einigen Stellen und gehen einige hundert Meter in die  Dünen hinein, es weht ein starker, warmer Wind der immer wieder Dust Devils hervorzaubert. Die Kamera arbeitet pausenlos und wir freuen uns schon auf die tollen Schnappschüsse. Nach ca. 2 Stunden steuern wir wieder das Visitor Center an. Auf dem Weg dorthin kommt uns ein Roadbear Fahrzeug entgegen, es ist Didi der noch einmal die White Sands besucht. Ein kurzes Gespräch von Fahrer zu Fahrer, dann ein letztes  Lebewohl und wir biegen auf die 70 Richtung Las Cruces  ein. Es weht wieder ein starker, böiger Wind, der das Fahrzeug immer wieder durchschüttelt. Nach ca. 1,5 Stunden sehe ich im Rückspiegel den Freelander von Didi, er überholt uns lachend und zieht davon Richtung Arizona, wir hoffen auf ein Wiedersehen in der Heimat.

Bevor wir Las Cruces erreichen müssen wir eine Bergkette überwinden, die uns an die Dolomiten und das Matterhorn erinnern. Die Passhöhe liegt bei knapp 2000 m. Von oben blicken wir in das große Tal des Rio Grande, der gar nicht mehr so „grande“ ist, wie wir später sehen, denn seine ganze Wasserkraft verbraucht er sozusagen am Rande, wo er alles Leben zum Grünen und Blühen bringt. Alles sieht sehr fruchtbar aus. Wir biegen auf die 25 nach Norden ein, seit Chicago sind wir immer nach Süden oder Südwesten gefahren, jetzt geht es wieder in den Norden, das heißt unsere Reise neigt sich dem Ende zu. Das Tal des Rio Grande weitet sich immer mehr, flankiert von mächtigen Bergrücken. Plötzlich ein Flashlight am Straßenrand, alle Fahrzeuge müssen die Interstate verlassen. Wir sehen eine Kontrollstelle der Border Police vor uns, die illegale Grenzgänger aus Mexico aufspüren soll, die Grenze nach Mexico ist schließlich weniger als 100 km entfernt. Von einem Grenzbeamten, der sehr mexikanisch aussieht werden wir nach den Pässen gefragt und ob wir allein in dem Fahrzeug wären. Als wir das bestätigen werden wir schnell entlassen.

Gegen 14.00 Uhr verlassen wir die Interstate  an der Ausfahrt: Truth or Consequences, hier wollen wir noch einmal tanken und die letzte Seite bei Mc.Donalds hochladen. Der Name des Ortes stammt von einer Quizshow. Der Quizmaster hatte dem Ort versprochen, die Show dort zu produzieren, der zuerst den Namen der Show annahm. Heute wird der Ort meist nur T.C. genannt. Leider erweist sich die Internetverbindung als nicht sehr schnell und ich wechsle den Sponsor, eine Hotelkette nebenan bietet eine schnellere Verbindung und so kann ich neben dem Bericht auch noch einige Bilder hochladen.

Gegen 16.00 Uhr treffen wir auf dem Elephant Butte State Park ein und suchen uns die Site 9 aus, die noch einen Blick auf den See bietet, der allerdings nur sehr wenig Wasser enthält. Es ist der Rio Grande, der hier einmal mehr aufgestaut wurde und der immer mehr zu einem Rinnsal verkommt. Nach kurzer Ruhepause unternehmen wir noch einen Spaziergang über das weitläufige State Park Gelände. Bei unserer Rückkehr sehen wir, wie der Platz neben uns belegt wird. Ein riesiger Trailer wird geschickt eingeparkt und Vater, Mutter, Sohn und Großvater steigen aus. Sie sind für ein Wochenende von Albuquerque (ca. 2,5 Std. Fahrt)  an den See gefahren, um dort das Wochenende zu verbringen. Ein großer Aufwand, der hier aber regelmäßig betrieben wird, um ein Wochenende in der Natur zu verleben. Die Familie spielt eine große Rolle im amerikanischen Leben.

Wir ziehen uns ins Wohnmobil zurück, essen und genießen noch den herrlichen Sonnenuntergang.

Morgen geht es nach Albuquerque (weiße Eiche) in Abänderung des Routenplanes wollen wir dort 2 Nächte bleiben. Der Campground liegt an der alten Route 66 und bietet das volle Programm, natürlich auch WiFi! Unsere Meilenbilanz liegt im Augenblick bei 2800 Meilen, das bedeutet für  1140.00 $  Benzin, auch hier ist der Benzinpreis ein Thema, was die Amerikaner aber nicht davon abhält, wenig Sprit sparende Fahrzeuge zu benutzen!

 

 

Freitag, 8. 4. 2011:

 

Sind nach 3 stündiger Fahrt auf der 25 North in Albuquerque angekommen. Wir gehen noch einmal in einen Walmart Superstore einkaufen und siehe da, hier setzt sich die Kassiererin über die sich widerstrebende Kasse hinweg und akzeptiert unsere Mastercard, es geht also doch! Trotz unserer zwei Navis finden wir den bevorzugten Campground nicht, daher müssen wir uns mit einem Campground für Dauercamper und einem miserablen Netz begnügen und hoffen jetzt auf Santa Fe. Allerdings kostet dieser Platz auch nur die Hälfte des anderen und wird durch die zuvorkommende und freundliche Art des Personals wieder aufgewogen. Das Wetter soll allerdings schlechter werden, warten wir es ab! Im Augenblick laufen drei Maschinen mit Wäsche, danach gibt es ein leckeres Abendessen, also ist die Zeit gut gefüllt! Morgen wollen wir die Stadt besichtigen! Da der Wind draußen immer noch heftig blast, machen wir uns einen gemütlichen Kinoabend mit Anna Karenina!

 

 

Samstag 9. 4. 2011

 

Wir werden um 7.30 Uhr wach und frühstücken gemütlich. Ich lade schnell noch die letzte Seite hoch, dann bricht das Netz wieder zusammen. Bilder werden also erst wieder in Santa Fe hochgeladen. Um 9.00 Uhr fahren wir Richtung Old Town. Jetzt zeigt sich, dass unser Campground günstig liegt, denn schon nach kurzer Fahrt mit Hilfe des Stadtplans der Hallwag Karte Road Guide Southwest finden wir die Altsdtadt. Wütend stellen wir fest, dass die Hauptparkplätze geschlossen sind.  Zwangsläufig umkreisen wir das Viertel in anderer Richtung und stoßen per Zufall auf einen weitläufigen, kostenlosen Parkplatz (Schattenplatz), der uns in wenigen Minuten an den großen Museen vorbei ins Herz der Altstadt führt-so liebt es der Wohnmobilist. Jetzt sehen wir auch, warum alle Zufahrtsstraßen in die Old Town gesperrt waren Wir hören schon von weitem Musik. Auf Nachfrage erfahren wir, dass man den „Founders Day“ feiert, 305 Jahre Albuquerque. Eine Geschichte, die weiter zurückreicht als die der United States.

Zur Gründerzeit der Stadt spielten Spanier die Hauptrolle. Überall stehen Bühnen und überall gibt Programm, wir haben die Stadt zum richtigen Zeitpunkt zufällig als Ziel ausgewählt. Wir freuen uns unendlich, haben aber  die Qual der Wahl, denn die Programme laufen gleichzeitig auf mehreren Bühnen. Die Eröffnung wird von einer Gruppe Native Indians zelebriert, inklusive „Prayer“, in dem deutlich wird, dass auch der stürmische Wind etwas Positives hat, indem er nämlich alles Belastende wegfegen soll, damit ein heiteres Fest stattfinden kann. Danach tanzen junge Indianer in historischen Kostümen Tänze mit verschiedenen Themen.

Danach besuchen wir die alte  Kirche San Felipe de Neri von 1706, die gleich am Hauptplatz liegt. Während der Betrachtung der Kirche entdecke ich ein Klavier im Altarraum und kann es nicht lassen (mit Erlaubnis der Küsterin) darauf einige Kirchenlieder zu spielen.

Zur Mittagszeit suchen wir ein mexikanisches Restaurant auf, vor dem auch ein Programm mit mexikanischer Musik abläuft, so haben wir beides, ein typisches Essen mit musikalischer Untermalung. Wir befinden uns ja schließlich in Neu Mexiko, wo spanisch ebenso wichtig ist wie englisch!

Sämtliche Ankündigungen werden zweisprachig gehalten und so erfahren wir während der Rede des Bürgermeisters, dass auch der Senator von Neu Mexikos aus Washington D.C. gleich einige Begrüßungsworte sprechen wird. Auch er hält seine kurze Ansprache in beiden Sprachen.

Wir müssen so viele Eindrücke aufnehmen, dass wir gar nicht alles festhalten können. Typisch ist, dass viele Geschäfte Kunst und Kaffee miteinander verbinden. So gelangen wir auch in eine Jewelry, um einen Capuccino zu trinken. Der Besitzer ist Grieche und Amerikaner und erzählt uns, dass er sieben Jahre in Santa Fe gelebt hat und jetzt 10 Jahre in Albuquerque  lebt. Er ist Silberschmied und hat Verbindungen nach Stuttgart und Pforzheim.

Als wir ein paar Souvenirs kaufen wollen, hören wir deutsche Laute und erfahren, dass das junge Pärchen seit 6 Wochen in Alamogordo lebt und er dort Flugzeuge der Luftwaffe wartet. Sie fühlen sich (bis jetzt) sehr wohl!  Danach spricht uns eine junge Amerikanerin an, die das Gespräch mitgehört hat. Von ihr erfahren wir, dass es in 14 Tagen für die Familie mit zwei kleinen Kindern für 4 Jahre  auf die Airbase nach Ramstein geht. Sie freut sich auf den Wein und das deutsche Essen. Wir kehren noch einmal zur Plaza zurück, wo eine große Parade stattfindet, beschützt von einer Gruppe martialisch aussehender berittener Polizei, die sich aber bereitwillig fotografieren lässt.

Auf der Hauptbühne spielt mittlerweile die Gruppe Los Garrapatas, die eine typisch mexikanische Musik macht und die Besucher zum Tanzen animiert, ein echtes Volksfest, das auch vom Lokalfernsehen und den diversen Rundfunkstationen übertragen wird.  Wir genießen das bunte Treiben und schauen fasziniert den Tänzern zu.

Gegen 17 Uhr verlassen wir das Fest, immer noch überwältigt von den verschiedenen Eindrücken. den eigentlich auch geplanten Museumsbesuch verschieben wir auf Morgen, bevor wir nach Santa Fe aufbrechen, das nur noch ca. 50 Meilen entfernt liegt. Ob das heutige Erlebnis allerdings noch zu toppen ist, wagen wir zu bezweifeln. Als wir unser Wohnmobil erreichen, das unversehrt auf dem Parkplatz wartet, merken wir wie stark der Wind wieder bläst .Erschöpft, aber zufrieden, erreichen wir  unseren Campground. Jetzt sind alle Anschlüsse wieder hergestellt und wir merken, wie das RV hin und her schaukelt. Wir trinken noch ein Glas Wein, versuchen die Eindrücke zu verarbeiten und sind dankbar für diesen erlebnisreichen Tag.

 

Sonntag, 10. 4. 2011

 

Wir verlassen den Palisades RV Park und fahren wieder Richtung Albuquerque Downtown, überqueren den Rio Grande und biegen bei Walgreens links ab (in die Rio Grande, ca. 200 m) dann am mexikanischen Restaurant „Anitas“ rechts und wieder nach ca. 100 m links nach einem Parkhaus, dann sieht man den großen Parkplatz  schon vor sich. Ideal für Wohnmobilfahrer und kostenlos: Alternativ könnte man aber auch  am Haupteingang des New Mexican Museum of Nature and History parken. (ca. 300 m entfernt) Von hier aus kann man sowohl die Museen als auch die Old Town von Albuquerque erkunden. Wir besuchen an diesem Tag das Naturkundemuseum und das Museum für Indian Culture, das aber etwas weiter entfernt liegt.

Das indianische Museum steht im Mittelpunkt unserer Besichtigung, hier treffen wir wieder ein Roadbear Fahrzeug auf dem Parkplatz. Das Museum bietet eine Vielzahl von indianischen Exponaten und zeigt auch das indianische Leben. Zum Abschluss gibt es im Innenhof eine Tanzvorführung, die von einer Familie dargeboten wird. Besonders anrührend war der Tanz eines dreijährigen Jungen, der schon recht professionell wirkte.

Danach geht es kurz auf die 40 und dann wieder auf die 25 Richtung Norden. Die Sonne scheint, der Wind hat etwas nachgelassen, jedoch ist es noch empfindlich kalt. Gegen 13.00 Uhr erreichen wir den Trailer Ranch RV Park an der Cerrillos Road in Santa Fe. Ein sehr freundlicher Empfang im Office mit ausführlicher Einweisung und Hinweisen für die Stadtbesichtigung machen diesen Platz zu einer unbedingten Empfehlung. Unsere Site (Full Hook up- WiFi)) liegt schattig und ist trotz der Nähe der Hauptstraße sehr ruhig. Nach kurzer Ruhepause geht es mit dem Public Bus (Tageskarte: 2 $, Rentner 1$) in die Stadt. Solche Preise wünschen wir uns auch für Deutschland!!!! Die Fahrt dauert ca. 25 Minuten und wir steigen am Busbahnhof (sehr zentral) aus. Es ist empfindlich kalt, Gott sei Dank haben wir uns warm angezogen. Nach kurzem Spaziergang erreichen wir den Hauptplatz. Alles wirkt ziemlich ausgestorben (wir haben Sonntag). In der Galerie des Gouverneurspalasts sitzen einheimische Künstler dick eingepackt und versuchen ihre Ketten, Ringe und Armreifen zu verkaufen. Doch bei diesen Temperaturen kommt es kaum zu einem Geschäft. Wir suchen zunächst das Visitor Center auf, das aber recht abgelegen liegt. Auch die beiden Damen haben an diesem Tag keine rechte Lust, unser Informationsbedürfnis zu stillen. Immerhin erhalten wir Prospekte und einen Stadtplan, der allerdings wenig brauchbar ist. Der Plan, den wir am Campground erhalten haben ist da wesentlich ergiebiger. Wir besuchen die älteste Kirche der USA, die nicht weit vom Center entfernt liegt. Die Messe ist gerade beendet und wir kommen mit dem Priester ins Gespräch, der als Militärseelsorger im 2. Weltkrieg in Köln war und noch heute vom Kölner Dom schwärmt.

Da der letzte Bus zum RV Park am Sonntag um 17.25 Uhr fährt, müssen wir unsere Erkundung abbrechen. Im Bus treffen wir auf zwei Frauen aus New York, die hier einige Tage ihres Urlaubs verbringen. Es wird eine kurzweilige Rückfahrt. Im Freelander gibt es ein leckeres Abendessen, danach genießen wir das stabile und schnelle WiFI des Parks. Ich lade neue Bilder hoch und schaue mir den Wetterbericht für Montag an, er sieht gut aus, sonnig und nur wenig Wind. Da es in der Nacht aber sehr kalt werden soll, lösen wir den Wasserschlauch und lassen die Wasserheizung die ganze Nacht laufen. Wir sind gespannt, ob der Montag uns einen anderen Eindruck von Santa Fe vermittelt.

 

Montag, 11. 4. 2011

 

Um 7.15 Uhr werden wir wach. Trotz der Höhe (Santa Fe liegt auf ca. 2200 m) haben wir gut geschlafen. Wir konnten uns allerdings an die Höhe gewöhnen, denn auch Albuquerque liegt auch auf 1700 m. Nach dem Frühstück geht es zur Bushaltestelle, der Bus taucht sofort auf und es geht Richtung Innenstadt. Nach zwei Haltestellen steigen unsere Frauen aus New York wieder zu, so ein Zufall. Sie haben einiges zu erzählen. In der Nacht wurden sie von dem Einsatz eines Spezialkommandos geweckt, in der Nachbarschaft ihres Hotels gab es eine Schießerei und das Kommando erschoss zwei der Täter. Beide waren immer noch betroffen, da sie so etwas hier nicht erwartet hätten. Am Busbahnhof verabschieden wir uns von den beiden und besuchen zunächst zum Post Office, denn wir haben einige Ansichtskarten geschrieben. Danach beginnen wir unseren Stadtrundgang, heute sieht alles ganz anders aus, die Sonne scheint vom stahlblauen Himmel, der Wind ist eingeschlafen und wir genießen die heitere Stimmung, alles sieht freundlicher aus. Wir besuchen zunächst die Kathedrale des hl. Franziskus, eine sehr geschmackvolle Kirche mit sehr schönen Fenstern und einem interessanten Taufbrunnen. Auch einige Nebenkapellen sind sehenswert. Eine Dame informiert uns umfassend und sehr kompetent. Es darf auch fotografiert werden. Danach besichtigen wir die Kapelle von Loretto, hier wird allerdings Eintrittsgeld erhoben. Eine Empfehlung unseres Campgroundbesitzers war die Canyon Road, die Straße der Künstler in Santa Fe. Dieser Rat war Gold wert, ein künstlerisches Highlight folgt dem anderen. Besichtigung ist erwünscht, auch fotografieren ist erlaubt. Wir können uns kaum von den vielen erstklassigen Kunstwerken lösen. Zwischendurch erreicht uns ein Anruf aus der Heimat, hier gab es einen Wettersturz, während wir die warme Sonne genießen, soll es zu Hause regnen und hageln.

Nach diesem Kulturgenuss meldet sich der Hunger, wir suchen ein typisches mexikanisches Restaurant auf und werden nicht enttäuscht. Ein schmackhaftes Essen zu einem zivilen Preis.

Abschließend schlendern wir durch die Straßen, ruhen uns  auf der Plaza, wo der Santa Fe Trail aus El Paso endete  auf einer Bank aus und essen ein Eis bei Häagen Dasz. Als wir auf den Museumshügel fahren wollen, treffen wir erneut unsere New Yorker Frauen, die auch dorthin wollen. Leider fährt der Bus nur stündlich und wir entscheiden uns einen Kaffee am Hauptplatz zu trinken. Wir verabschieden uns ein letztes Mal, es war eine denkwürdige  Begegnung, denn wir erfahren, dass die ältere der beiden Damen aus der Nähe von Breslau stammt. Abschließend sitzen wir auf der Terrasse eines Cafés mit Blick auf den zentralen Platz und genießen die Aussicht. Auf dem Weg zum Bus treffen wir ein deutsches Ehepaar, das mit dem PKW und in Motels unterwegs ist. Wir tauschen Erfahrungen aus. Im Wohnmobil gibt es wieder eine schmackhafte Suppe. Hier wird die letzte Woche neu geplant: Morgen geht es zunächst nach Taos mit einer Übernachtung, danach nach Trinidad (Colorado-eine Nacht), weiter in den Garden oft he Gods (zwei Nächte) und schließlich nach Denver, von dort geht es nächsten Montag zurück in die Heimat.

 

 

Dienstag 12. 4. 2011

 

Erneut reißt uns der Wecker um 6.30 Uhr aus dem Tiefschlaf. Eine heiße Dusche und ein leckeres Frühstück wecken die Lebensgeister. Dann soll abgedockt werden, doch draußen hat eine Zeitschaltuhr die diversen Rasensprenger, die im Boden um das Wohnmobil eingelassen sind in Gang gesetzt. Meine Frau versucht jemand im Office zu erreichen, doch alle Türen sind verschlossen. Wir gehen gemeinsam Plastiktüten gegen die Wasserspeier vor. Als wir den letzten eingepackt haben, sind wir beide ziemlich nass. Nun werden  Strom und Wasserleitung gelöst, das Abwasser abgelassen. Als wir endlich fertig sind, hat die Zeitschaltuhr die Speier abgestellt. Wir verlassen die Trailer Ranch Richtung Taos, es geht zunächst vierspurig aus der Stadt zum Schluss wird es dann zweispurig. Die 64 folgt dem Oberlauf des  Rio Grande bis zu einem Visitorcenter, wo wir uns mit Informationsmaterial und Karten eindecken. Wir erhalten auch einige gute Hinweise. (Besichtigung der Gorge und der Brücke über den Rio Grande, die etwa 12 Meilen außerhalb von Taos liegt. Unser GPS Gerät führt uns bis Taos und wir trauen ihm auch zu, den Campground, den wir ausgesucht haben zu finden. Als wir um 12.05 Uhr endlich hören:“ Sie haben ihr Ziel erreicht“, stehen wir auf einer Seitenstraße neben einem unbebauten Grundstück.

Meine Frau hält ein entgegenkommendes Auto an, die beiden jungen Frauen fahren vor uns her und wir erreichen nach ca. 5 Minuten den Taos Valley RV. Solch eine Geste wäre in Deutschland nicht selbstverständlich! Ich melde uns im Office an, wir erhalten Site 4 (Full Hook up - WiFi) und ich muss für die eine Nacht stolze 45 $ bezahlen. Es gibt noch einiges Informationsmaterial und einen Stadtplan, der uns gute Dienste leistet.

Wie preiswert war doch Santa Fe (2 Nächte 50 $)!!! Der Platz ist jedoch sehr gepflegt, ruhig und liegt nur 1.5 Meilen von Downtown Taos entfernt.

Wir essen ein Grillhähnchen, das wir unterwegs gekauft haben, dazu gibt es Toast, sowie ein Bud Light. Nach kurzer Pause rollen wir Richtung Stadt. Wir parken etwas außerhalb auf einem kostenlosen Parkplatz und laufen die 400 Meter ins Zentrum. Taos wirkt noch  verschlafen, die Wintersaison ist beendet, und die Sommersaison hat noch nicht begonnen. Der Ort ist etwas intimer und nicht so weitläufig wie Santa Fe. Die Geschäfte  bereiten sich auf die Saison vor, teilweise gibt es Springsale. Ein Spaziergang verschafft uns einen ersten Überblick und wir  beschließen, nach einer Stunde zunächst das Taos Pueblo und dann die Rio Grande Gorge zu besuchen. Nach kurzer Fahrt erreichen wir das Weltkulturerbe Taos Pueblo, das seit 1000 Jahren ununterbrochen besiedelt ist. Die Besichtigung und die Erlaubnis zu fotografieren  kosten 26 $, eine lohnende Ausgabe, wie wir kurz darauf feststellen. Der Rundgang führt uns zunächst zur Kirche, die wie alle Gebäude aus Lehmziegeln gebaut wurden. Die Bewohner (ca. 150 bieten teilweise eigene Produkte und Schmuck an und sind sehr freundlich. Ich treffe einen Indianer, der sehr gepflegt aussieht und spreche ihn an. In dem Gespräch erfahre ich, dass er vor einigen Jahren für vier Wochen in Hamburg war und mit Hardy Krüger einen Film gedreht hat.

Meine Frau wurde inzwischen von einer Malerin eingeladen, ihr Haus zu besichtigen. An einem anderen Haus kaufen wir ein Gebäck, das in einem der typischen Öfen gebacken wurde. Zum Abschluss besuchen wir den Friedhof, der am Rande des Pueblos liegt und sich von den meisten amerikanischen Friedhöfen, die wir unterwegs gesehen haben, kaum unterscheide, alle sind kaum gepflegt und lieblos gestaltet.

Wir sind aber insgesamt tief beeindruckt von dieser Art der Lebensweise. Nun steuern wir die Rio Grande Gorge an. Die Brücke, die 1963 gebaut wurde, macht einen etwas wenig Vertrauen erweckenden Eindruck. Auch hat der Rost der Brücke schon kräftig zugesetzt. Dennoch fahren wir auf die andere Seite, weil man dort von einem Aussichtspunkt einen guten Blick auf Brücke und Schlucht hat. Meine Frau lässt sich auf dem Rückweg auf der Brücke absetzen und bringt einige spektakuläre Aufnahmen mit. Dann geht es noch einmal zurück nach Taos und wir erleben den Ort bei blauem Himmel und strahlender Sonne. Bei einem Becher Tee, bei absolut gemütlicher Atmosphäre und angenehmen 23° Celsius können wir uns erholen und entspannen.

Morgen geht es weiter Trinidad/Colorado, unseren letzten von 10 Bundesstaaten, die wir gestreift oder durchfahren haben!

 

 

Mittwoch den 13. 4, 2011

 

Heute lassen wir uns von der Sonne wecken, gegen 7.30 Uhr werden wir wach und beschließen, erst gegen 11.00 Uhr loszufahren und vorher noch zu waschen. Wir beenden die Aktion gegen 10.45 Uhr  und fahren auf die 64 Richtung Raton, die auf der Hallwag-Karte als landschaftlich schöne Strecke ausgewiesen ist. Schon bald erkennen wir, dass das vollständig zutrifft. Die Straße windet sich auf die Passhöher von  3000 m !!!, gesäumt von dichten Tannenwäldern, es geht durch herrliche Hochtäler mit spektakulären Ausblicken auf die Kette der Rocky Mountains und den  tiefblauen Eagle Nest See , eine echte Panoramastraße! Andere Fahrzeuge trifft man nur selten, jedoch kann kaum mehr als 35-40 Meilen die Stunde schaffen. Was uns jedoch nicht stört, da wir ja Zeit haben. Gegen 14.00 Uhr treffen wir in Raton ein und gehen mal wieder zu Mc. Donalds um unseren Southwest  Salad zu essen und die letzte Tagebuchseite mit Bildern hochzuladen. Leider geht es uns hier so wie in Taos, die Leitung ist schlecht und wir vergeuden eine ganze Stunde. Wir fahren auf die 25 zurück und überqueren nach kurzer Fahrt die Staatsgrenze von Colorado. Das ist der letzte der 10 Bundesstaaten, die wir auf dieser Reise kennen lernen. Es geht schließlich weiter nach Trinidad, wo wir erneut den Mc. Donalds ansteuern. Dieses Mal klappt es wie geschmiert und wir brechen zum State Park auf. Verwöhnt wie wir mittlerweile sind, können wir unsere Enttäuschung kaum verbergen als wir feststellen, dass die Plätze alle nur Strom haben. In früheren Jahren hatten wir oft Campgrounds ohne alles, das hat uns damals nicht gestört. Der Platz ist jedoch kaum frequentiert, wunderschön angelegt,  und so können wir uns eine Site mit Seeblick aussuchen. (20 $)

Ein kleiner Spaziergang am See, der auch wie die anderen Seen an denen wir standen,  nur einen geringen Wasserstand hat, rundet den Tag ab. Dieses Jahr ist die Trockenheit jetzt schon hoch und Lagerfeuer sind wegen der hohen Waldbrandgefahr überall verboten.

Morgen geht es in den Garden oft he Gods, wo wir zwei Nächte bleiben wollen.

 

 

Donnerstag 14. 4. 2011

 

Um 6.45 Uhr stehen wir auf, denn wir wollen vor der Fahrt nach Colorado Springs bei Mc Donalds das Tagebuch ergänzen und aktuelle Bilder hochladen.

Leider klappt es heute überhaupt nicht und wir rollen sofort auf die Interstate 25 Richtung Norden. Die Schnee  bedeckten Berge der Rocky Mountains sind auf der linken Seite zu sehen und wir hoffen auf spektakuläre Ausblicke. Nach der Hallwag Karte handelt es sich dabei um Gipfel , die 4000 Meter übersteigen. Leider zieht der Himmel immer mehr zu und als wir den Bergen näher kommen ist kaum noch etwas zu erkennen. Natürlich sind wir enttäuscht, wissen aber noch nicht, dass wir am Nachmittag im Garden of  he Gods dafür reichlich entschädigt werden.

Nach 2 Stunden legen wir eine Pause ein, tanken, trinken eine Tasse Kaffee und decken uns in einem Visitor Center mit Material an.

Gegen 13.00 Uhr kommen wir in die Nähe unseres Campgrounds und dieses Mal hat das TomTom Navi die Nase vorn und führt uns sicher zum Office des „Garden of  he Gods“ Campground.

Wir buchen einen Full Hook up Platz für zwei Nächte und bezahlen 61 $! Im Wohnmobil versuchen wir den letzten Platz (Cherry Creek State Platz) für Wochenende zu reservieren, was uns nur für die Nacht von Sonntag auf Montag gelingt. Für den Samstag gilt: First come, first serve!

Also werden wir am Samstag früh aufbrechen.

Dann testen wir den WiFI Zugang und siehe da, es klappt perfekt. Schnell wird die Seite aktualisiert, danach brechen zu einer ersten Erkundungsfahrt auf. Bei herrlichem Nachmittagssonnenlicht erreichen wir die Trading Post und werden freundlichst mit Kartenmaterial und Informationen versorgt. Zu unserer großen Überraschung ist alles kostenlos. So rollt unser Freelander bald durch eine Traumlandschaft von roten und weißen Felsgebilden, die mal Tieren mal Menschen ähneln. Ein großer „Künstler“ war hier am Werk. Immer wieder halten wir an und versuchen die Eindrücke als Bild zu speichern.

Nach diesem ersten Eindruck werden wir morgen versuchen, die Wandermöglichkeiten auszuschöpfen.

Wir freuen uns schon auf den neuen Tag, da auch das Wetter mitspielen soll.

 

Freitag, 15.4.2011

 

Nach dem Frühstück wird zunächst einmal der Gasvorrat aufgefüllt, da das der Vermieter bei der Abgabe vorschreibt und wir am Samstag und Sonntag auf einem Statepark kein Propane bekommen. 4 Gallonen haben wir seit Memphis verbraucht.

Dann geht es Richtung Garden oft he Goods  Highpoint Overlook. Obwohl vielfach angenommen, ist der Name „Garden of the Gods“ nicht indianischen Ursprungs. Erst im August 1859 kamen im Rahmen des Aufbaus der Stadt Colorado City zwei Landvermesser in diese Gegend. Einer von Ihnen, M. S. Beach, soll beim Anblick der roten Felsen gesagt haben, dass dies ein idealer Platz für einen Biergarten wäre. Sein ebenfalls stark beeindruckter Begleiter Rufus Cable entgegnete sinngemäß „Biergarten? Aber einer für die Götter! Nennen wir es Garden of the Gods“. Ein Biergarten wurde hier nie eröffnet, aber der Name blieb. Wir haben uns gewundert, warum für solch eine Attraktion kein Eintritt erhoben wird und zwar für alle Besucher aus der ganzen Welt. Die Kinder des früheren Besitzers verfügten das nach dem Tod des Vaters.

Heute besuchen wir auch das wunderschön angelegte Visitorcenter und sind überrascht von dem grandiosen Ausblick auf die roten Felsen und den Schnee bedeckten mehr als 4000 Meter hohen Pikes Peak. Nebenbei erfahren wir, dass Colorado mehr als 1000 Berge hat, die höher als 3000 Meter sind. An einigen Stellen folgen wir den gut ausgeschilderten Trails zu den Felsformationen (mehr als 300 Millionen Jahre alt) wie z.B. Siamesische Zwillinge und Balanced Rock.

Immer wieder müssen wir eine kleine Pause einlegen, weil uns die dünnere Luft zu schaffen macht, wir sind immerhin auf einer Höhe von 2000 Meter.

Da wir uns noch in der  low season befinden, hält sich der Besucherstrom in Grenzen. Auf den  Trails sind wir fast allein.

Abschließend  besuchen wir Colorados ältesten und größten „Giftshop“ die Garden oft he Gods Trading Post. Hier bekommt man alles was der Mensch nicht braucht, wir nehmen einen Kalender für 2012 mit. Nach einer Kaffeepause mit Monstercinnamon geht zum ersten Mal auf unserer Reise in einen Safeway (Where shopping is a pleasure!) Es ist unser letzter Einkauf, da unsere genau kalkulierten Vorräte für die letzten drei Tage kaum noch ergänzt werden müssen. Nach dem Abendessen gibt es noch einen kleinen Verdauungsspaziergang. Wir schauen uns die Häuser in der Umgebung des Campgrounds an, die teilweise den Fels in das Haus integriert haben. Morgen geht es zum letzten Standort, dem Cherry Creek State Park in Denver.

 

 

 

Samstag 16.4.2011

 

Um 8.00 Uhr verlassen wir den Campground in Colorado Springs und werden von beiden Navis gegen unseren Plan auf eine Abkürzung geschickt. Ein Blick auf die Karte zeigt, beide haben Recht. Wir fahren durch gepflegte Wohnanlagen und Communities. Auch die Schulen, die wir passieren, hätten wir auch gern in Deutschland. Auf dem kürzesten Weg gelangen wir wieder auf die Interstate 25 North. Auf der anderen  Seite der Interstate sehen wir böse Unfälle, die lange Staus zur Folge haben. Wir haben auf unserer gesamten Strecke keinen einzigen erlebt. Bereits um 10.30 Uhr biegen wir mit Hilfe unserer GPS Geräte in den Cherry Creek State Park ein. Zunächst müssen wir zwei Eintrittskarten lösen, dann erst können wir zum Campground Office durchfahren. Dort müssen bis 12.00 Uhr warten, da um diese Zeit erst ein Check in möglich ist. ( An den Samstagen sind keine Reservierungen möglich.) Uns wird Site 19 zugewiesen, Full Hook up für 48 $ (2 Nächte) Nach kurzer Pause machen wir uns mit dem RV in Richtung Downtown auf und wollen zunächst ein Park and Ride Angebot in der Nähe des Parks nutzen. Noch rechtzeitig erkennen wir, dass die Parkplätze alle in einem Parkhaus liegen, in dem unser Freelander nur ohne Dach Platz gefunden hätte. Wir wenden etwas unvorschriftsmäßig und lassen die Navis arbeiten, wir die Union Station als Ziel eingegeben. In der Nähe des Bahnhofs hoffen wir auf entsprechend große Parkplätze. Der Verkehr in die Stadt ist recht und man muss alle vier Augen einsetzen. Nach ca. 35 Minuten sehen wir vor uns den riesigen Parkplatz der  Pepsi Arena, der fast völlig leer war, auch an der Zahlstelle hieß es: Proceed. Mit dem Stadtplan des Visitor Centers sehen wir, dass wir genau an der richtigen Stelle geparkt haben. In wenigen Minuten erreichen wir Lo Do (Lower Downtown) und die 16th Mall, damit sind wir im Herzen der Stadt. Es wirkt romantisch und großstädtisch zugleich. Die Straßencafés sind geöffnet und wir schlendern die Fußgängerzone 16th Mall die von Roteichen gesäumt ist entlang bis zum Kapitol, das ein vergoldetes Dach hat. Unterwegs werden wir immer von den kostenlosen Hybrid Bussen überholt, die die gesamte Mall kostenlos auf und abfahren. Ein kostenloser Service der Stadt Denver. Musikanten, Kutschen, Rikschas beleben das Straßenbild. Zum Schluss finden wir noch das berühmte Hotel Brown Palace von 1892, das u.a. von Gästen wie Churchill, Eisenhower und G.W. Bush besucht wurde. Das Hotel ist das erste Atrium Hotel der USA und seine Lobby ist ebenso, wie die neun darüber liegenden Stockwerke mit einem Buntglasfenster aus dem Hause Tiffany geschmückt.

Schließlich geht es wieder  zurück zum Campround und freuen uns, dass auch dieser Tag noch etwas Besonderes gebracht hat. Denver hat sicher hohe Attraktivität einmal durch die Natur und die zahlreichen Arbeitsplätze.

Morgen wird das Wohnmobil gereinigt und gepackt!

 

 

Nachtrag: Sonntag 17. 4. 2011

Bei herrlichem Wetter stehen wir noch auf dem Cherry Creek State Park in Denver.  Die Koffer sind gepackt, das Wohnmobil wird heute nachmittag gereinigt. Morgen früh geht es zu Roadbear, danach zum Flughafen-Abflug 18.05 Uhr nach Frankfurt.

Am Dienstag werden wir wieder in der Heimat sein.

Wir danken allen, die unser Reisetagebuch gelesen und uns damit auf der Reise begleitet haben. Danke auch für die Einträge ins Gästebuch.

Bis bald!

 

Auf unserem Rückflug erleben wir eine weitere Überraschung. Wir treffen im fast ausgebuchten Jumbo eine ehemalige Schülerin meiner Frau, die heute als Stewardess bei der Lufhansa arbeitet. Es gab ein herzliches Wiedersehen über den Wolken.

Nun sind fast drei Wochen seit unserer Rückkehr ins Land gegangen.  Auf unserer Route treiben Tornados und Hochwasser ihr Unwesen. Jetzt können wir ermessen, welches Glück mit dem Wetter während unserer Tour hatten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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